Bundesanleihen profitieren zum Wochenstart von zunehmender Risikoaversion


05.09.17 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aus Furcht vor einer weiteren Eskalation der Krise in Nordkorea halten sich Anleger von risikobehafteten Anlagen fern, berichten die Analysten der Helaba.

Stattdessen seien Gold, Yen, Euro sowie sichere Staatsanleihen derzeit wieder erste Wahl. Nach dem Feiertag in den USA würden auch dort die Positionierungen angepasst.

Bundesanleihen hätten zum Wochenstart von der zunehmenden Risikoaversion profitieren können. In Abwesenheit amerikanischer Investoren seien Umsätze allerdings überwiegend dem Kontraktwechsels an der EUREX am kommenden Donnerstag geschuldet. Auch die Zentralbank sei derzeit nur eingeschränkt im Rahmen ihres Kaufprogramms unterwegs. Im August seien "nur" deutsche Schuldentitel im Umfang von 9,8 Mrd. Euro erworben, das geringste Monatsvolumen seit Beginn des Programms im März 2015. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich in Anbetracht anstehender Neuemissionen in Frankreich geringfügig auf 79 BP ausgeweitet. Zehnjähriger Bonds aus Frankreich (0,68%) und Belgien (0,67%) hätten knapp ihren Abstand zu Bunds gehalten.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich trotz Eskalation der Koreakrise in stabiler Verfassung präsentiert. Der Risikoaufschlag zehnjähriger spanischer (1,54%) und italienischer Bonds (2,03%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen circa 3 BP ermäßigt, der portugiesischer Anleihen (2,79%) habe sich um einen BP ausgeweitet.

Der US-Bondmarkt sei wegen des Feiertages gestern geschlossen geblieben. In Fernost würden US-Treasuries ihren europäischen Pendants folgend deutlich zulegen. Die asiatischen Aktienbörsen würden überwiegend schwächer tendieren. Der chinesische PMI-Index im Dienstleistungssektor sei im August von 51,5 auf 52,7 Punkte gestiegen. In Japan sei der Vergleichswert von 52 auf 51,6 Punkte zurückgefallen.

Bund- (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (165,15) und Bobl-Kontrakt (133,20) hätten 38 bzw. 12 Stellen zugelegt, der Schatz (112,295) sei 2,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 0,36% gefallen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 110 BP ermäßigt. Zehnjährige US-Treasuries würden 4 BP niedriger bei 2,13% rentieren. Der Euro klettere auf 1,191 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl verharre bei 47,40 US-Dollar.

Heute würden sich die Einkaufsmanager aus dem Dienstleistungssektor zu Wort melden. Die Umfragen aus Italien (55,5) und Spanien (57 nach 57,6) würden den Wert für die Eurozone (54,9) finalisieren. Für Großbritannien (53,5 nach 53,8) werde mit einem geringen Rückgang gerechnet. Von größerem Interesse seien jedoch die Auftragseingänge der Industrie in den Vereinigten Staaten (-3,3%).

Am Primärmarkt starte die Woche heute mit der Versteigerung zehn- und 20-jähriger Anleihen Österreichs im Volumen von rund 1,4 Mrd. Euro. Zur Wochenmitte stocke die Finanzagentur des Bundes fünfjährige Bundesobligationen um 3 Mrd. Euro auf.

Spanien versteigere SPGBs mit Laufzeiten 04/2022, 10/2027, 07/2033 sowie zehnjährige Linker im Volumen von 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro. Frankreich begebe 10-, 19-, 24- und 43-jährige Bonds im Volumen von 7 bis 8 Mrd. Euro.

CFF habe Obligations Foncières mit Fälligkeit 11.12.2024 im Volumen von 1,25 Mrd. Euro bei Midswap -2 BP emittiert. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien plane die Begebung eines siebenjährigen Covered Bond im Volumen von 500 Mio. Euro. Die KfW habe das Mandat für eine neue zehnjährige Benchmarkanleihe vergeben. (05.09.2017/alc/a/a)





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