Bundesanleihen pendeln um Schlusskurse des Vortages - US-Bondkurse leicht gestiegen


11.10.17 09:18
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Produktionszahlen aus Frankreich (-0,3%/1,1%) und Italien (1,2%/5,6%) liefern in ihrer Widersprüchlichkeit keine einheitliche Vorgabe für die Zahlen der Eurozone am Donnerstag, berichten die Analysten der Helaba.

Insgesamt dürfte das robuste Wachstumsszenario aber bestätigt werden. Auch die positive deutsche Außenhandelsstatistik habe nicht ausgereicht, die Märkte aus ihrer Lethargie zu erwecken. Die Bundesregierung habe die Wachstumsprognose von 1,5% auf 2% und für das kommende Jahr auf 1,9% angehoben. Der IWF habe schon zuvor die Prognosen für die Weltwirtschaft nach oben revidiert.

Alle Augen seien auf Spanien gerichtet geblieben. Angesichts der hohen Unsicherheit und kaum Neuigkeiten im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens hätten sich die meisten Anleger weitestgehend zurückgehalten. Gepokert worden sei bis zum Schluss mit hohem Einsatz. Am Abend habe der katalonische Regierungschef eine Unabhängigkeitserklärung unterschrieben, diese aber sofort wieder ausgesetzt. In den kommenden Wochen wolle er einen Dialog mit der Zentralregierung in Madrid einleiten.

Die spanische Regierung halte die "implizite" Erklärung der Unabhängigkeit für unzulässig, Puigdemont habe Katalonien "in die größtmögliche Ungewissheit gestürzt". Ob und wann Gespräche stattfänden, stehe allerdings angesichts der verhärteten Fronten in den Sternen. Erst einmal schein jedoch der Druck aus dem Kessel zu weichen und die Lage sich zu entspannen, so die Analysten der Helaba. Am Geldmarkt hätten die Händler in Erwartung einer möglichen Zuspitzung der Lage vorgesorgt und im wöchentlichen Tender bei der EZB über 21 Mrd. Euro abgerufen.

Bundesanleihen seien begleitet von anziehenden Umsätzen um die Schlusskurse des Vortages gependelt, am Ende hätten mit nachlassender Risikoaversion kleinere Abschläge überwogen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe bei knapp 84 BP verharrt. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,72%) und Belgien (0,72%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten. Die Versteigerung einer im April 2022 fälligen finnischen Staatsanleihe über 1 Mrd. Euro sei angesichts des insgesamt sehr hohen Emissionsvolumens kaum ins Gewicht gefallen.

An den Bondmärkten der EU-Peripherie seien die Akteure trotz der drohenden Eskalation in Barcelona besonnen geblieben. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,68%) und italienischer Bonds (2,18%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um einen BP ausgeweitet, portugiesische Staatsanleihen (2,36%) hätten einen BP gutgemacht.

Am US-Bondmarkt seien die Kurse trotz fortgesetzter Rekordjagd bei Dividendentiteln leicht gestiegen. Auch in Fernost könnten freundliche Aktienbörsen die gute Stimmung bei US-Treasuries nicht trüben. Die Auftragslage im Maschinenbau Japans (3,4%/4,4%) habe im August die Erwartungen deutlich übertroffen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (161,29) habe 16 Stellen verloren, Bobl (131,23) und Schatz (112,145) würden 4 bzw,1,5 Ticks niedriger aus dem Markt gehen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe falle auf 0,44%, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßige sich auf 115 BP. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP höher bei 2,37% rentieren. Der Euro klettere auf 1,177 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige leicht auf 49,7 US-Dollar.

Zur Wochenmitte herrsche im Datenkalender gähnende Leere. Erst am späten Abend veröffentliche die FED das Protokoll der Sitzung im September.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes 5-jährige Bundesobligationen um 3 Mrd. Euro auf. In den Niederlanden finde die Versteigerung eines neuen 7-jährigen Titels (15.01.2024) im Volumen von 5 bis 7 Mrd. Euro statt. Gleichzeitig stocke Portugal 5- und 10-jährige Anleihen um 1 bis 1,25 Mrd. Euro auf. Das amerikanische Schatzamt versteigere 3- und 10-jährige Notes im Volumen von zusammen 44 Mrd. US-Dollar.

Der EFSF habe eine neue 6-jährige Anleihe begeben. Im Volumen von 3 Mrd. Euro bei Midswap -25 BP. Die Slowakei habe eine 30-jährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +45 BP platziert.

Rumänien habe eine im April 2027 fällige Anleihe um 1 Mrd. Euro bei Midswap +130 BP aufgestockt. Dexia Credit Local, garantiert von Belgien, Frankreich und Luxemburg, habe eine 10-jährige Anleihe im Volumen von 1,5 Mrd. Euro 16 BP über Midswap emittiert. National Bank of Greece SA zahle für einen 3-jährigen griechischen Covered Bond im Volumen von 750 Mio. Euro eine Rendite von 2,90%. (11.10.2017/alc/a/a)





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