Bundesanleihen nahezu unverändert - US-Bondmarkt auf der Stelle getreten


05.10.17 10:02
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die uneinheitliche Entwicklung bei den Einkaufsmanagern des Dienstleistungssektors in Südeuropa (Spanien 56,7 nach 56, Italien 53,2 nach 55,1) tat dem generell erfreulichen Konjunkturausblick für die Eurozone keinen Abbruch, so die Analysten der Helaba.

Während die Aktienmärkte diese Entwicklung mit immer neuen Höchstständen quittieren würden, würden die Akteure an den Zinsmärkten die Zuspitzung der Lage in Spanien mit großer Sorge sehen. Viele würden den Hafen der als sicher geltenden qualitativ hochwertigen Staatsanleihen ansteuern, aber einen großen Bogen um Bonds aus Südeuropa machen. Die Portfoliosteuerung werde allerdings durch die Aussicht auf die angekündigte Verringerung der Bilanzsumme durch die US-Notenbank sowie die zu erwartende Verringerung der Anleihekäufe durch die EZB erheblich erschwert.

Bundesanleihen hätten ihre Gewinne, die Käufern aus Fernost geschuldet gewesen seien, nicht verteidigen können und mit zunehmender Konjunkturzuversicht nahezu unverändert geschlossen. Die Finanzagentur habe jedoch keine Probleme gehabt, die Aufstockung der 10-jährigen Anleihe durchzuziehen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln sei stabil bei 84 BP geblieben. Französische Staatsanleihen hätten sich trotz der heute anstehenden Neuemissionen langer Laufzeiten relativ robust präsentiert,10-jährige Bonds aus Frankreich (0,74%) und Belgien (0,73%) hätten auf Bunds einen BP verloren.

An den Bondmärkten der EU-Peripherie herrsche nach dem Referendum in Katalonien weiter Katerstimmung. Der Druck komme überwiegend aus Spanien, die anderen Mittelmeeranrainer könnten sich kaum entziehen. Nur vereinzelt würden Investoren die doch teilweise recht attraktiven Spreads zu Neuengagements nutzen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,76%), italienischer (2,18%) und portugiesischer Bonds (2,38%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 7, 4 bzw. 2 BP ausgeweitet. Die Aufnahmebereitschaft der Märkte werde heute durch die heutige Auktion in Spanien auf eine harte Probe gestellt.

Der US-Bondmarkt sei zur Wochenmitte auf der Stelle getreten. Anfängliche Gewinne hätten nach dem deutlichen Anstieg des ISM-Index im Dienstleistungssektor auf 59,8 Punkte nicht gehalten werden können. Der Beschäftigungszuwachs im privaten Gewerbe habe dagegen im Rahmen der Erwartungen gelegen und sollte vor dem Hintergrund von Verzerrungen durch die Wirbelstürme nicht überbewertet werden. In Fernost würden US-Treasuries angesichts nur geringer Bewegungen an den Aktienbörsen gut behauptet tendieren.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (161,27) und Bobl-Kontrakt (131,28) hätten 15 bzw. eine Stellen zugelegt, der Schatz (112,17) sei unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei leicht auf 0,455% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich geringfügig auf 115 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden unverändert bei 2,32% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,176 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 49,9 US-Dollar.

Die zweite Wochenhälfte stehe ganz im Zeichen des US-Arbeitsmarktes. Vor dem offiziellen Beschäftigungsreport liege der Fokus aber noch auf den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (265K). Eingerahmt würden die Daten vom Handelsbilanzdefizit (-42,7 Mrd. US-Dollar) sowie den Auftragseingängen bei der Industrie (1%) im August.

Am Primärmarkt biete Spanien 5- und gut 11-jährige (31.01.2029) Anleihen sowie 7-jährige Linker im Volumen von zusammen 5,25 Mrd. Euro an. Frankreich versteigere 8- und 10,5-jährige (25.05.2028) Anleihen im Volumen von 7,5 bis 8,5 Mrd. Euro. Großbritannien sei mit 6-jährigen Gilts am Start.

BPCF SFH habe einen französischen Covered Bond mit Fälligkeit 13. April 2028 im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap flat begeben. Ungarn habe eine 10-jährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +100 BP emittiert. Irland habe einen 5-jährigen Bond im Volumen von 4 Mrd. Euro 24 BP unter Midswap platziert. Die WL BANK AG habe einen im Juni 2026 fälligen Hypothekenpfandbrief um 250 Mio. Euro bei Midswap -15 BP aufgestockt. (05.10.2017/alc/a/a)





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