Bundesanleihen geben Vortagsgewinne wieder ab - US-Bondrenditen gestiegen


07.09.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Auftragseingänge in der Industrie sind in Deutschland im Juli entgegen den Erwartungen um 0,7% gefallen und können die gute Stimmungslage nicht bestätigen, berichten die Analysten der Helaba.

Für die heute anstehenden Produktionszahlen erhöhe sich zudem das negative Überraschungspotenzial. Angesichts der hohen Verunsicherung am Markt und mit Blick auf die Sitzung der EZB seien die Daten aber kaum ins Gewicht gefallen.

Es sei jedoch kaum davon auszugehen, dass Mario Draghi heute von seiner abwartenden Haltung abrücke und klare Hinweise auf ein Abrücken von der ultralockeren Geldpolitik gebe.

Positive Meldungen seien aus den Vereinigten Staaten gekommen. Ein positiver Konjunkturbericht der US-Notenbank und eine überraschende, wenn auch vorübergehende Einigung im Haushaltsstreit hätten Sorgen vor einer weiteren Zuspitzung der Korea-Krise in den Hintergrund gerückt. Eine Zwischenfinanzierung bis 15. Dezember schaffe der Regierung Luft und vermeide die vorübergehende Schließung von Bundesbehörden. Der heranrückende Wirbelsturm "Irma" und die Folgen von "Harvey" dürften die Entscheidung beeinflusst haben.

Abschließende Aktivitäten in Zusammenhang mit dem heute anstehenden Kontraktwechsel an der EUREX hätten das Geschäft am heimischen Rentenmarkt nicht wirklich beleben können. Nach der Fluchtbewegung vom Vortag hätten sich die Anleger zur Wochenmitte zurückgehalten und ihre Positionen geglättet. Mit zunehmender Risikobereitschaft habe die Nachfrage nach Renten als sicherer Anlagehafen nachgelassen. Bundesanleihen hätten ihre Vortagsgewinne wieder abgegeben. Die heutigen Versteigerungen sehr langlaufender OATs hätten den Druck verstärkt. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 77 BP ermäßigt. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,66%) und Belgien (0,66%) hätten leicht gegen Bunds verloren.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten nicht von nicht von nachlassender Risikoaversion profitieren können. Anstehende Neuemissionen überwiegend langlaufender Papiere in Spanien hätten zur Zurückhaltung gemahnt. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,55%), italienischer (2,02%) und portugiesischer Bonds (2,80%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 BP ausgeweitet.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen infolge der wieder etwas besseren Stimmung an den Aktienbörsen gestiegen. Der Anstieg des ISM-Index im Dienstleistungssektor (55,3 nach 53,9) habe im Rahmen der Erwartungen gelegen und auch das "Beige Book" der US-Notenbank vermittle eine robuste Wachstumsdynamik. In Fernost würden US-Treasuries trotz gut behaupteter asiatischer Aktiennotierungen gut behauptet tendieren.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (162,30) und Bobl-Kontrakt (131,59) hätten 57 bzw. 24 Stellen verloren, der Schatz (112,175) sei 8,5 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,37% gestiegen, der Renditeabstand zwischen und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 110 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden 2 BP höher bei 2,09% rentieren. Der Euro klettere leicht auf 1,193 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 49,10 US-Dollar.

Alle Augen seien heute auf die EZB gerichtet. Marktteilnehmer würden befürchten, dass trotz Vorlage aktualisierter Projektionen die Entscheidung zum Ausstieg aus den Anleihekäufen mit Hinweis auf fehlende Anzeichen eines nachhaltigen Inflationsanstiegs auf den 26. Oktober vertagt werde. Der unerwartet starke Anstieg des Euro sowie geopolitische Risiken dürften die abwartende Haltung rechtfertigen, aber nicht für eine komplette Verweigerung ins Feld geführt werden. Die selbstgesetzte Grenze von 33% eines Emittenten werde bei einem unveränderten Umfang des Kaufprogramms im Sommer kommenden Jahres für Bundesanleihen, wenig später für Frankreich, Italien und Spanien erreicht. Zinserhöhungen würden ohnehin angesichts der aktuellen Entwicklung in immer weitere Ferne rücken.

Datenseitig stünden deutsche Produktionszahlen im Juli (0,5%/4,6%), die finalen Wachstumszahlen der Eurozone im 2. Quartal (0,6%/2,2%) sowie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (245K) in den USA auf der Agenda.

Am Primärmarkt versteigere Spanien SPGBs mit Laufzeiten 04/2022, 10/2027, 07/2033 sowie 10-jährige Linker im Volumen von 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro. Frankreich begebe 10-, 19-, 24- und 43-jährige Bonds im Volumen von 7 bis 8 Mrd. Euro.

Die NRW.Bank habe eine 10-jährige Nachhaltigkeitsanleihe im Volumen von 500 Mio. Euro begeben, die bei Midswap -15 BP angeboten werde. Credit Mutuel CIC Home Loan SFH habe einen 10-jährigen französischen Covered Bond im Volumen von 1,25 Mrd. Euro bei Midswap flat emittiert. (07.09.2017/alc/a/a)





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