Bundesanleihen geben Gewinne wieder ab


04.01.18 09:50
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Protokoll der FED-Sitzung von Mitte Dezember unterstreicht, dass die Zinserwartungen mit Blick auf weitere Zinsschritte in diesem Jahr noch nicht vollständig ausgereizt sind, so die Analysten der Helaba.

Einige Ratsmitglieder würden allerdings auch noch drei Schritte für zu viele halten. Mit zunehmender Wirtschaftsdynamik und der Steuerreform im Rücken könnten aber die Projektionen bald schon wieder überholt sein.

Bauinvestitionen auf Rekordhoch und gute Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe würden Anlegern Mut machen. Mit wachsender Hoffnung auf eine prosperierende Wirtschaft hätten sie ihre Zurückhaltung abgelegt. Zusätzlichen Aufschwung habe die Entspannung an der Währungsfront verliehen.

Obwohl Aktien freundlich tendiert und die Indices in den USA neue Rekordstände markiert hätten, hätten sich festverzinsliche Titel erstaunlich gut gehalten. Die Transaktionsliste am Primärmarkt sei zwar lang und länger geworden, dennoch hätten auch deutsche Staatsanleihen von hohen Tilgungsbeträgen profitiert, die Wiederanlage suchen würden.

Bundesanleihen hätten jedoch im Handelsverlauf einen Teil der Gewinne wieder abgeben müssen. 10-jährige Titel hätten bei einem Renditeniveau von knapp 0,5% auf lebhafte Nachfrage getroffen, Anschlusskäufe seien dann aber ausgeblieben. Die Notenbank sei im Rahmen des Ankaufsprogramms in Erscheinung getreten und habe teilweise große Beträge nachgefragt. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 83 BP verringert. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,79%) und Belgien (0,65%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten. Die anstehenden Auktionen in Frankreich mit Schwerpunkt auf langen und ultralangen Fälligkeiten hätten dort die Nachfrage gedämpft.

Anleihen der EU-Peripherie hätten sich mit Ausnahme portugiesischer Titel nach ihrem Schwächeanfall leicht erholen können. Die anstehenden Auktionen in Spanien hätten jedoch die Kauflust gebremst. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (2,05%) und spanischer Bonds (1,57%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 1 bis 2 BP ermäßigt. PGBs (1,96%) hätten dagegen gegen Bunds knapp einen BP verloren.

Am US-Bondmarkt hätten anfänglich Kursgewinne nach erstaunlich guten Konjunkturdaten nicht verteidigt werden können. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei entgegen den Erwartungen nochmals auf 59,7 Punkte gestiegen und untermauere das positive Wachstumsszenario. Zudem verspreche die Subkomponente der bezahlten Preise (69 nach 65,5) ein Anziehen der Inflation. Auch die Kfz-Absatzzahlen im Dezember (17,76 Mio.) hätten die Prognosen übertroffen. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 53 BP ermäßigt. In Fernost würden US-Treasuries wegen der teilweise sehr freundlichen asiatischen Aktienbörsen weiter nachgeben. Der Caixin PMI des Dienstleistungssektors Chinas sei überraschend um 2 auf 53,9 Punkte gestiegen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (161,53) habe 20 Stellen zugelegt, Bobl (131,62) und Schatz (111,965) seien 7 bzw. einen Tick höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,44% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 105,5 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 5,5 BP höher bei 2,46% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,203 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige deutlich auf 62,1 US-Dollar.

Heute würden die Einkaufsmanager des Dienstleistungssektors aus Spanien (54,6) und Italien (54,7) ihre Umfragewerte liefern, die jedoch am positiven Eindruck für die Eurozone (56,5) nicht rütteln dürften. Gespannt dürfe man sein, ob sich die Stimmung in Großbritannien (54) wie erwartet leicht aufgehellt habe.

In den USA gebe der ADP-Beschäftigungsreport (190K) eine letzte Indikation für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (242K) würden den Datensatz komplettieren.

Am Primärmarkt stocke Frankreich heute 10-, 15- und 30-jährige OATs um bis zu 9 Mrd. Euro auf. Spanien versteigere 5-, 10- und 28-jährige Bonds sowie 12-jährige Linker im Volumen von 3,5 bis 5 Mrd. Euro. Die Republik Slowenien habe die Begebung einer 10-jährigen Benchmarkanleihe angekündigt.

ABN AMRO habe einen 15-jährigen niederländischen Covered Bond im Volumen von 2 Mrd. Euro bei Midswap +2 BP emittiert. Das Land Niedersachsen habe eine 8-jährige Landesschatzanweisung im Volumen von 750 Mio. Euro bei Midswap -20 BP begeben. Die Republik Irland habe eine Anleihe mit Fälligkeit 15.Mai 2028 im Volumen von 4 Mrd. Euro bei Midswap +2 BP syndiziert. CFF habe 10-jährige Obligations Fonciéres im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap -7 BP platziert. Caixabank SA habe 10-jährige Cédulas Hipotecarias im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +22 BP gepreist und einen im Juli 2032 fälligen gedeckten Bond um 375 Mio. Euro bei Midswap +32 BP aufgestockt. (04.01.2018/alc/a/a)