Bundesanleihen fast unverändert - Renditen für US-Staatsanleihen gesunken


01.09.17 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Verbraucherpreise der Eurozone (1,5%) sind basierend auf höheren Werten aus Deutschland und Spanien im August stärker als erwartet gestiegen, berichten die Analysten der Helaba.

Allerdings habe die Kernteuerung auf Vormonatsniveau stagniert und lasse kaum Preisdruck erkennen. Der EZB dürften die Daten angesichts des doch weiten Abstands von ihrem Inflationsziel bei 2% kaum Kopfzerbrechen bereiten. Auch sei mit Blick auf den festen Euro keine Eile bei der Entscheidung über die künftige Ausrichtung der Geldpolitik geboten. Das jedenfalls würden Insider behaupten, die in der kommenden Woche bei der Notenbanksitzung keine Hinweise auf eine Drosselung der Anleihekäufe erwarten würden.

Der Euro habe den Rückzug angetreten und von seinen Höchstständen schon wieder 2 Cents verloren. Obwohl Anleger an den Aktienmärkten wieder Mut gefassten hätten, seien Staatsanleihen gut unterstützt geblieben.

Bundesanleihen hätten sich begleitet von moderaten Umsätzen innerhalb enger Spannen bewegt und den Handelstag fast unverändert beendet. Der Wechsel in den Dezemberkontrakt an der EUREX nehme bereits einen Großteil der Aktivitäten ein. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln sei unverändert bei 76 BP stehen geblieben. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,66%) und Belgien (0,66%) hätten gegen Bunds knapp 2 BP gutgemacht.

An den Bondmärkten der EU-Peripherie mache sich mit zunehmender Risikobereitschaft Erleichterung breit. Anleger hätten die jüngsten Spreadausweitungen zum Einstieg genutzt. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,545%), italienischer (2,03%) und portugiesischer Bonds (2,78%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2, 3 bzw. einen BP ermäßigt.

Die Renditen für US-Staatsanleihen seien trotz überwiegend guter Konjunktur- und Stimmungsindikatoren gesunken. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Einkommen und Konsumverhalten hätten den Erwartungen entsprochen. Ein unveränderter Chicago-Einkaufsmanagerindex (58,9) habe eine weitere positive Vorgabe für den heute anstehenden ISM-Index geliefert. Der Rückgang der Kernrate im Preisindex für Konsumausgaben deute allerdings auf nur geringen Preisdruck hin und könnte die Notenbank von einem weiteren Zinsschritt in diesem Jahr abhalten. In Fernost würden US-Treasuries aufgrund fehlender Impulse von den Aktienmärkten seitwärts tendieren.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (165,22) und Bobl-Kontrakt (133,17) hätten 3 bzw. eine Stelle zugelegt, der Schatz (112,275) sei unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,35% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe bei 108 BP verharrt. 10-jährige US-Treasuries würden 2 BP niedriger bei 2,13% rentieren. Der Euro stabilisiere sich bei 1,19 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 46,90 US-Dollar.

Zum Wochenschluss werde das Datenorchester von USA aus dirigiert. Neben dem ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (56,5 nach 56,3) stehe natürlich der US-Arbeitsmarktbericht im Mittelpunkt des Interesses. Sicherlich hätten die Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (180K) sowie die Arbeitslosenquote (4,3%) Gewicht, unter besonderer Beobachtung stünden aber die durchschnittlichen Stundenlöhne (0,2%/2,6%) als Gradmesser für zunehmenden Lohndruck. Eingerahmt würden die Daten von den endgültigen Umfragen der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen (97,4 nach 97,6) und dem Automobilabsatz im August (16,6 Mio.).

Hintergrundmusik würden die Einkaufsmanager des Verarbeitenden Gewerbes Spaniens (54) und Italiens (55) liefern, deren Einschätzung in den endgültigen Wert für die Eurozone (57,4) einfließen würden. In Großbritannien dürfte sich der Vergleichswert (55 nach 55,1) gegenüber dem Vormonat nur marginal verändert haben.

Am Primärmarkt seien zum Wochenschluss keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Die kommende Woche starte mit der Versteigerung 10-und 20-jähriger Anleihen Österreichs, gefolgt von der Aufstockung 5-jähriger Bundesobligationen am Mittwoch. Spanien und Frankreich würden Auftritte am Donnerstag planen. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein habe eine 7-jährige Anleihe im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap -10 BP begeben. (01.09.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
163,19 € 162,87 € 0,32 € +0,20% 21.11./22:03
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €