Bundesanleihen bauen Verluste weiter aus - US-Bondrenditen steigen leicht trotz enttäuschender Daten


13.11.17 11:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Verhandlungen um den Austritt Großbritanniens aus der EU gestalten sich zäh und lassen kaum Fortschritte erkennen, berichten die Analysten der Helaba.

Hierzulande verbreiten die Teilnehmer an den Sondierungsgesprächen zur Jamaikakoalition zwar Zuversicht, eine Einigung bis Donnerstag erscheint jedoch weiterhin fraglich, so die Analysten der Helaba.

Auch in den USA komme die geplante Steuerreform nicht richtig voran. Zudem würden sich die Hinweise verdichten, dass der nächste Zinsschritt in den Vereinigten Staaten ungeachtet der niedrigen Inflation bereits im Dezember anstehe. Genug Gründe also, zunächst einmal Gewinne zu sichern und die Lage neu zu überdenken. Von der Korrektur an den Aktienbörsen könnten Zinstitel aber nicht in gewohnter Weise profitieren.

Bundesanleihen hätten zum Wochenschluss ihre Verluste vom Vortag weiter ausgebaut. Mit zunehmender Laufzeit würden die Abschläge größer. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 90 BP geweitet. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,77%) und Belgien (0,63%) würden ihren Abstand zu Bunds halten.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie würden nahezu im Gleichschritt mit ihren Pendants in den Kernländern laufen. Auch hier seien die Umsätze jedoch zu vernachlässigen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer Bonds (1,56%), italienischer (1,83%) und portugiesischer Bonds (2,03%) verändere sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen nur geringfügig.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen trotz nachgebender Aktiennotierungen und enttäuschender Konjunkturdaten leicht gestiegen. Die Stimmung bei den Verbrauchern habe sich nach vorläufigen Erhebungen der University of Michigan im November etwas verschlechtert, die Konsumenten seien aber weiter die tragende Säule der US-Konjunktur. In Fernost könnten sich die Kurse langlaufender US-Treasuries angesichts überwiegend nachgebender Aktienkurse etwas erholen.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (162,19) und Bobl-Kontrakt (131,68) hätten 39 bzw. 12 Stellen verloren, der Schatz (112,27) sei unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,41% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 116 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden bei 2,38% rentieren. Der Euro erhole sich auf 1,165 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl verharre bei 56,8 US-Dollar.

In dieser Woche würden zunächst Wachstumszahlen des 3. Quartals ins Blickfeld der Anleger rücken. Nach Deutschland und Japan folge die Schnellschätzung für die Eurozone. In den USA richte sich das Augenmerk auf Erzeuger- und Verbraucherpreise. Aber auch Einzelhandelsumsätze, Empire State- und Philly FED-Index sowie Wohnbaubeginne und -genehmigungen seien einen Blick wert.

Am Primärmarkt stocke Italien heute 3-, 7- und 15-jährige BTPs um insgesamt bis zu 6 Mrd. Euro auf. Außerdem stehe eine neue 6-jährige BTPi "Italia" bis Donnerstag zum Verkauf, die zusätzlich 8 Mrd. Euro einspielen solle. Die Finanzagentur des Bundes biete morgen neue 2-jährige Schätze im Volumen von 5 Mrd. Euro sowie am Mittwoch 3 Mrd. Euro der 10-jährigen Bundesanleihe an. Die Niederlande würden ebenfalls 10-jährige DSL um 2 bis 3 Mrd. Euro aufstocken. Frankreich sei am Donnerstag mit 4 bis 5 Mrd. Euro in kurzen und mittleren Fälligkeiten am Zug, Spanien gleichtägig mit 3- und 15-jährigen Titeln im Volumen von 3 bis 4 Mrd. Euro. Der ESM plane den Verkauf von 1 Mrd. Euro der im Oktober 2022 fälligen Anleihe. Dem Gesamtvolumen von knapp 34 Mrd. Euro stünden nur wenige Rückflüsse und Tilgungen in dieser Woche gegenüber. (13.11.2017/alc/a/a)





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