Bundesanleihen bauen Gewinne aus - US-Bondrenditen fallen deutlich


06.12.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Umfragen der Einkaufsmanager aus dem Dienstleistungssektor Spaniens (54,4) und Italiens (54,7) hatten keinen Einfluss auf die endgültigen Erhebungen in der Eurozone (56,2), berichten die Analysten der Helaba.

In Großbritannien (53,8 nach 55,6) würden die stockenden Brexit-Verhandlungen jetzt deutliche Spuren hinterlassen. Auch die getrübte Stimmung bei den hiesigen Einkäufern nahmen Anleger zum Anlass, die Gewinne vom Wochenstart erst einmal einzufahren, so die Analysten der Helaba.

An den Rentenmärkten habe dagegen der bevorstehende Wechsel des Terminkontraktes an der EUREX das Geschehen bestimmt. Mit den etwas schwächeren Stimmungsindikatoren in den USA und der Ankündigung des US- Präsidenten, Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen zu wollen, sei die Nachfrage gestiegen.

Bundesanleihen hätten im Handelsverlauf ihre Gewinne kontinuierlich ausgebaut. Umsätze in der Kasse hätten jedoch nur sporadisch stattgefunden. Gesucht gewesen seien überwiegend ultralange Laufzeiten. Die heute anstehende Versteigerung von wenigen 2 Mrd. Euro der 10-jährigen Bundesanleihe sei kaum ins Gewicht gefallen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 81 BP verringert. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,62%) und Belgien (0,50%) seien im Gleichschritt mit Bunds gelaufen.

Anleihen der EU-Peripherie hätten nach einem erfreulichen Wochenauftakt unter moderaten Gewinnmitnahmen gelitten. Die Aufhebung der europäischen Haftbefehle des Obersten Gerichts Spaniens gegen den abgesetzten katalanischen Präsidenten Puigdemont und vier seiner Minister habe kaum Anleger aus der Reserve gelockt. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,69%) und spanischer Bonds (1,40%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen geringfügig ausgeweitet. Portugiesische Staatsanleihen (1,85%) seien besser gesucht gewesen und gegen Bunds einen BP gutgemacht. Die Rendite 10-jähriger Helenen-Bonds sei nach der Umtauschaktion auf 4,79% (-16 BP) gefallen.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen mit zunehmender Verunsicherung und steigender Risikoaversion deutlich gefallen. Die etwas schlechtere Stimmung im Dienstleistungssektor möge dazu beigetragen haben, Zweifel über die Machbarkeit der Steuerreform sowie die geplante Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Donald Trump hätten Anleger in die Defensive gedrängt. Der ISM-Index des Servicesektors habe zwar seinen Rekordstand nicht halten können, der Rückgang von 60,1 auf 57,4 Punkte lasse aber kaum Zweifel am Wirtschaftsaufschwung aufkommen. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich weiter auf 59,5 BP verringert. In Fernost würden US-Treasuries angesichts schwacher Vorgaben von den Aktienbörsen ihre freundliche Tendenz fortsetzen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (163,28) habe 30 Stellen zugelegt, Bobl (131,52) und Schatz (112,16) seien 18 bzw. 5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,31% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 105 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden 5 BP niedriger bei 2,34% rentieren. Der Euro gebe auf 1,184 US-Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl falle auf 57,4 US-Dollar.

Heute stünden zunächst die Auftragseingänge bei der deutschen Industrie im Fokus der Anleger. Nach den doch sehr starken Zuwächsen im September sei im Oktober (-0,2%/7%) mit einer Beruhigung zu rechnen.

Am Nachmittag liefere der ADP-Beschäftigungsreport (190K) eine letzte wichtige Indikation für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Das Augenmerk richte sich jedoch verstärkt auf Lohninflation, die nur sehr zögerlich ansteige. Die Inflationserwartungen als Frühindikator der Kernteuerung würden allerdings schon seit geraumer Zeit deutlich ansteigen.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes die 10-jährige Bundesanleihe um 2 Mrd. Euro auf. Spanien biete am Donnerstag 5-, 10- und 24-jährige SPGBs sowie 4-jährige Linker um voraussichtlich 3,25 bis 4,75 Mrd. Euro an. Frankreich versteigere 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039. Das Land NRW habe eine im Februar 2043 fällige Landesschatzanweisung im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap +4 BP begeben. (06.12.2017/alc/a/a)






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