Bundesanleihen auf hohem Niveau behauptet - Versteigerung 10-jähriger Papiere trifft auf lebhafte Nachfrage


03.08.17 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Finanzmärkte legten nach den großen Bewegungen des Vortages zur Wochenmitte eine Verschnaufpause ein, berichten die Analysten der Helaba.

Ohne nennenswerte konjunkturelle Daten und Unternehmensnachrichten hätten ohnehin Impulse gefehlt, die Börsen vor dem US-Arbeitsmarktbericht noch in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Obwohl der Dow Jones-Index erstmals die Marke von 22.000 Punkten überwunden habe, hätten sich die Akteure an den anderen wichtigen Handelsplätzen nicht mitreißen lassen.

Bundesanleihen hätten sich nach den starken Gewinnen des Vortages auf hohem Niveau behaupten können. Die Versteigerung 10-jähriger Papiere habe auf lebhafte Nachfrage getroffen, sonst seien nur geringe Aktivitäten zu verzeichnen gewesen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln sei um einen auf 74 BP gefallen. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,74%) hätten gegen vergleichbare Belgier (0,77%) trotz anstehender Auktionen knapp einen BP gutgemacht.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich nicht ganz so gut gehalten. Vor der Versteigerung in Spanien hätten Anleger in ihren Portfolien Platz für die neue Ware geschafft. Dennoch seien die Umsätze in der Kasse überschaubar geblieben. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,43%), italienischer (2,00%) und portugiesischer Bonds (2,78%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3 BP, 1 BP bzw. 3 BP ausgeweitet.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Kurse wenig bewegt. Die beiden FED-Präsidenten Williams und Rosenberg würden es für möglich halten, dass bei der Sitzung im September der Zeitplan für die Bilanzreduzierung verkündet werde. Hinweise für weitere Zinsschritte würden sie allerdings nicht liefern.

Der Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft sei mit 178.000 etwas niedriger als erwartet ausgefallen und habe die Erwartungshaltung für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht kaum beeinflusst. Wichtig scheine derzeit ohnehin einzig die Lohnentwicklung. In Fernost würden US-Treasuries angesichts überwiegend nachgebender Aktiennotierungen gut behauptet tendieren.

Bund- (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (162,93) und Bobl-Kontrakt (132,31) hätten 11 bzw. 5 Stellen verloren, der Schatz (112,105) sei 2 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,49% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe bei 118 BP verharrt. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 2,26% rentieren. Der Euro habe kurzfristig die Marke von 1,19 US-Dollar überwunden und handle derzeit bei 1,185 US-Dollar. Der Preis für das Barrel Öl steige auf 49,40 US-Dollar.

Heute tage die Bank von England. Sie werde trotz hoher Inflation die Leitzinsen unverändert lassen. Interessant zu sehen, ob sich die Mehrheiten für eine abwartende Haltung im Rat von zuletzt fünf zu drei Stimmen verändern würden.

Unterdessen würden die Einkaufsmanager aus dem Dienstleistungssektor Spaniens (58,5 nach 58,3) und Italiens (54,1 nach 53,6) ihre Einschätzung liefern, die in den Wert für die Eurozone (55,4) einfließen würden. Vergleichszahlen aus Großbritannien (53,6 nach 53,4) sowie der ISM-Index aus dem Servicesektor in den Vereinigten Staaten (56,9 nach 57,4) würden diesen Datensatz komplettieren. Zur Veröffentlichung stünden außerdem die US-Auftragseingänge in der Industrie (3%) und Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe (242K).

Am Primärmarkt biete Spanien heute 5-, 9- und 24-jährige SPGBs sowie 4-jährige Linker im Volumen von 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro an. Frankreich versteigere Staatsanleihen der Fälligkeiten 10/2025, 05/2027 und 05/2048 im Volumen von bis zu 6,5 Mrd. Euro. (03.08.2017/alc/a/a)





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