Bundesanleihen in Sog steigender Renditen in den USA geraten


10.01.18 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Industrieproduktion (3,4%/5,6%) lief auch im November auf Hochtouren, so die Analysten der Helaba.

Entsprechend positiv falle die Außenhandelsstatistik aus, die einen Anstieg der Exporte um 4,1 Prozent ausweise.

Jetzt sollten sich die positiven Konjunkturdaten auch in den Unternehmensbilanzen niederschlagen, um so den Aufschwung an den Aktienbörsen zu untermauern. Also gehe die Party erst einmal munter weiter, Dow Jones Index und Co. würden von einem Rekord zum nächsten marschieren. Die Bondmärkte würden unter der hohen Risikobereitschaft und der Flut an Neuemissionen leiden.

Bundesanleihen seien in den Sog steigender Renditen in den USA geraten und hätten am Ende ihre Kursverluste deutlich ausgebaut. Das hohe Volumen am Primärmarkt und die anstehende Versteigerung einer neuen zehnjährigen Anleihe (Februar 2028 handle 7 BP über August 2027) seien zudem als Belastungsfaktoren auszumachen gewesen. Das geringe Interesse für ultralange Österreicher habe auch nicht unbedingt die Laune verbessert. Der Abstand zwischen zehn- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 85 BP ausgeweitet. Zehnjährige Bonds aus Frankreich (0,81%) und Belgien (0,68%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten.

Anleihen der EU-Peripherie hätten sich der schlechten Stimmung nicht entziehen können. BTPs seien nach Ankündigung neuer 20-jähriger Bonds noch stärker unter Druck geraten. Nur Portugiesen seien gegen den Trend auf lebhafte Nachfrage gestoßen. Der Risikoaufschlag zehnjähriger italienischer (1,97%) und spanischer Bonds (1,46%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 bzw. einen BP ausgeweitet, PGBs (1,84%) hätten 3 BP gutgemacht.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen belastet durch das hohe Volumen neuer Primärtransaktionen und technische Faktoren kräftig gestiegen. Der steigende Ölpreis habe zudem Inflationssorgen geschürt und zehnjährige Renditen über die Marke von 2,5% getrieben. Nur kurze Fälligkeiten hätten sich nach der erfolgreichen Versteigerung dreijähriger Notes (b/c 3,13) gut gehalten. Der Abstand zwischen fünf- und 30-jährigenTreasuries habe sich um 4 auf 56 BP ausgeweitet. In Fernost würden US-Treasuries trotz überwiegend nachgebender Aktiennotierungen nur knapp behauptet tendieren. Mit Ankündigung der Bank von Japan, das Anleihekaufprogramm für lange und ultralange Laufzeiten um 10 Mrd. Yen zu kürzen, hätten Investoren an den Aktienmärkten den Fuß vom Gas genommen.

Bund- (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (161,20) und Bobl-Kontrakt (131,58) hätten 56 bzw. 16 Stellen verloren, der Schatz (111,965) sei einen Tick niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 0,47% gestiegen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 108 BP ausgeweitet. Zehnjährige US-Treasuries würden 7 BP höher bei 2,55% rentieren. Der Euro gebe auf 1,194 US-Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl steige auf 63,50 US-Dollar.

Die Produktionszahlen aus Frankreich (-0,5%/2,6%) und Großbritannien (0,4%/1,8%) dürften nicht an die Robustheit Deutschlands heranreichen, die guten Konjunkturperspektiven aber auch nicht infrage stellen würden. In den Vereinigten Staaten würden die Importpreise (0,4%/3,1%) einen ersten Einblick liefern, ob die Inflation die Wende nach oben schaffe.

Der Primärmarkt versteigere die Finanzagentur des Bundes eine neue zehnjährige Bundesanleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro. Das amerikanische Schatzamt versteigere zehnjährige Notes im Volumen von 20 Mrd. USD. Italien stocke morgen die im Oktober 2020 und November 2024 fälligen Anleihen um jeweils bis zu 3 Mrd. Euro auf und kündige an, gleichzeitig eine Anleihe mit Fälligkeit 01. September 2038 über ein Konsortium zu begeben.

CAFFIL habe zwei Obligation Fonciéres mit acht und 15 Jahren Laufzeit im Volumen von 1 Mrd. Euro bzw. 500 Mio. Euro bei Midswap -9 und +2 BP begeben. Erste Group Bank habe einen zehnjährigen österreichischen Covered Bonds im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap -6 BP vermarktet.

Dexia Credit Local habe eine siebenjährige Anleihe unter Garantie von Belgien, Frankreich und Luxemburg im Volumen von 2 Mrd. Euro bei Midswap flat emittiert. Die KfW habe eine zehnjährige Anleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro bei Midswap -18 BP angeboten. Der EFSF komme mit einer siebenjährigen Benchmarkanleihe. Portugal habe die Syndizierung einer Anleihe mit Fälligkeit 17.Oktober 2028 angekündigt. (10.01.2018/alc/a/a)