Bundesanleihen: Erholung mit hoher Dynamik fortgesetzt


04.12.17 11:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Stimmung bei den Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes aus Italien (58,3) und Spanien (56,1) war nicht ganz so gut wie erwartet, konnte aber den guten Eindruck für die Eurozone (60,1) nicht erschüttern, berichten die Analysten der Helaba.

In Großbritannien (58,2 nach 56,6) werde dagegen die Laune im Servicesektor trotz des nahenden Austritts aus der EU immer besser.

Beim Start in den letzten Monat des Jahres habe man davon an den Aktienbörsen aber nichts gemerkt. Losgelöst von den sehr positiven Vorgaben aus den USA entschieden sich die Anleger hierzulande für den Rückzug, so die Analysten der Helaba. Als Gründe seien politische Unsicherheit, der feste Euro sowie das Gezerre um die US-Steuerpläne ins Feld geführt worden. Mit steigender Risikoaversion hätten Staatsanleihen in der Gunst der Anleger wieder ganz oben gestanden.

Bundesanleihen hätten ihre Erholung zum Wochenschluss angeführt von langen und ultralangen Fälligkeiten mit hoher Dynamik fortgesetzt. Ausgenommen von einigen frühen Käufern aus Fernost hätten die Umsätze überwiegend an der EUREX stattgefunden. Der anstehende Wechsel in den März 2018-Kontrakt habe für einen Teil der Aktivitäten verantwortlich gezeichnet. Die französische AFT habe mit der Ankündigung überrascht, in dieser Woche "nur" 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039 versteigern zu wollen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 81 BP verringert. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,62%) und Belgien (0,50%) hätten gegen Bunds knapp einen BP aufgeholt.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten mit Ausnahme Portugals ihren Pendants aus den Kernländern halbwegs folgen können. Dennoch habe sich der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,71%) und spanischer Bonds (1,41%) gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 BP ausgeweitet. Portugiesische Staatsanleihen (1,85%) hätten dagegen gegen Bunds 5 BP eingebüßt.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen uneinheitlich entwickelt. Während die bevorstehende Zinserhöhung kurze und mittlere Fälligkeiten im Griff halte, seien lange und ultralange Laufzeiten besser gesucht gewesen. Gerüchte, wonach Ex-Sicherheitsberater Flynn mit seinen Aussagen zur Russland-Affäre Präsident Trump belasten werde, hätten die Anleger verunsichert. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich deutlich auf 63,5 BP ermäßigt. In Fernost würden US-Treasuries nach der Billigung des Gesetzentwurfs zur Steuerreform durch den US-Senat deutlich nachgeben. Die asiatischen Aktienbörsen würden uneinheitlich in die neue Börsenwoche starten.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (163,54) habe 96 Stellen zugelegt, Bobl (131,77) und Schatz (112,26) seien 29 bzw. 8,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,32% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 101 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 2,40% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,187 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 58 US-Dollar.

Datenseitig starte die erste Börsenwoche im Dezember recht verhalten. Das sentix-Investorenvertrauen (33,6) im Euroraum sowie Auftragseingänge bei der US-Industrie (-0,4%) würden nur wenig Ansatzpunkte bieten. Produktion und Aufträge in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die Einkaufsmanagerindices aus dem Dienstleistungssektor dies und jenseits des Atlantiks würden dann die Zeit bis zum US-Arbeitsmarktbericht am Freitag überbrücken.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes die 10-jährige Bundesanleihe zur Wochenmitte um 2 Mrd. Euro auf. Spanien stocke am Donnerstag 5-,10- und 24-jährige SPGBs sowie 4-jährige Linker um voraussichtlich 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro auf. Frankreich versteigere 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039. Großbritannien biete 6-jährige Gilts im Volumen von 2,75 sowie 30-jährige über 2,25 Mrd. GBP an. (04.12.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
163,41 € 163,57 € -0,16 € -0,10% 18.12./17:13
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €