Bund- und US-Bondrenditen kaum verändert


01.08.17 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Verbraucherpreise in der Eurozone (1,2%; Kernrate 1,2%) sind zwar moderat gestiegen, dürften die EZB aber angesichts des Abstandes zur Zielgröße von 2% nicht beunruhigen, berichten die Analysten der Helaba.

Auch der Rückgang der Arbeitslosenquote (9,1%) reiche bei weitem nicht aus, Zinserwartungen zu schüren.

Entsprechend ruhig sei der Handel am Monatsultimo verlaufen. Mit einsetzenden Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt hätten Zinstitel kleinere Tagesverluste wieder aufgeholt. Ins Auge springe der scheinbar unaufhaltsame Anstieg des Euro, der heimischen Exporteuren Sorgenfalten auf die Stirn treibe.

Die Renditen für Bundesanleihen hätten sich am letzten Handelstag im Juli kaum verändert. Ausgenommen gewesen seien ultralange Fälligkeiten, die sich aufgrund indexgetriebener Laufzeitverlängerungen lebhafter Nachfrage erfreut hätten. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln sei um 2 BP auf 76 BP gefallen. Die Renditedifferenz 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0,80%) gegen vergleichbare Titel aus Belgien (0,82%) habe sich um einen BP verringert.

Bei Bonds der EU-Peripherie habe die Musik in Madrid gespielt. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer Bonds (1,53%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 BP ermäßigt, 5- (0,24%) und 2-jährige (0,365%) hätten 5 bzw. 4 BP aufgeholt. 10-jährige italienische (2,08%) und portugiesische Staatsanleihen (2,81%) hätten 2 bzw. 4 BP gutgemacht.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen zum Wochenstart kaum von der Stelle bewegt. Der Chicago-PMI (58,9 nach 65,7) habe mit dem Rückgang im Rahmen der Erwartungen gelegen und liefere für den heute anstehenden ISM-Index nur geringes Überraschungspotenzial.

In Fernost würden US-Treasuries angesichts überwiegend steigender Aktiennotierungen nur knapp behauptet tendieren. Der PMI-Index des Verarbeitenden Gewerbes Japans (52,1) habe nicht überrascht.

Bund- (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (161,97) und Bobl- Kontrakt (132,05) hätten 1 bzw. 6 Stellen verloren, der Schatz (112,07) sei unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe habe bei 0,54%, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen bei 122 BP verharrt. 10-jährige US-Treasuries würden unverändert bei 2,30% rentieren. Der Euro klettere weiter auf 1,183 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl verteuere sich auf 50,30 US-Dollar.

Die Sommerpause halte die Märkte fest im Griff. In Zeiten niedriger Handelsvolumina und geringer Volatilität wachse jedoch die Gefahr plötzlicher und außerordentlich heftiger Bewegungen.

Das in dieser Woche anstehende Datengemisch berge dabei sicherlich einiges an Überraschungspotenzial. Inflationsdruck gehöre aber nicht dazu. Spannender werde es da schon bei den Umfragen unter den Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes. Spanier (54,5) und Italiener (55) würden letzte Eckdaten für die endgültigen Werte der Eurozone (56,8) liefern. Die vorläufige Schnellschätzung für das BIP der Eurozone im 2. Quartal (0,6%/2,1%) runde den Datenkranz ab.

In den USA richte sich das Augenmerk auf persönliche Einkommen (0,4%) und Konsumausgaben (0,1%), die PCE-Kernrate (0%/1,3%), den ISM-Index im Verarbeitenden Gewerbe (56,5 nach 57,8) sowie die Pkw-Absätze (16,8 Mio.).

Am Donnerstag tage die Bank von England, werde aber trotz hoher Inflation die Leitzinsen unverändert lassen. Interessant werde sein zu sehen, ob sich die Mehrheiten für eine abwartende Haltung im Rat von zuletzt fünf zu drei verändern würden.

Höhepunkt der Woche sei aber unstrittig der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Bei erreichter Vollbeschäftigung gehe der Blick immer wieder zu den Stundenlöhnen, die stärker gestiegen sein sollten.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes heute 2-jährige Schatzanweisungen um 4 Mrd. Euro auf. Morgen folge die 10-jährige Bundesanleihe mit 3 Mrd. Euro. Spanien biete 5-, 9- und 24-jährige SPGBs sowie 4-jährige Linker an. Frankreich versteigere 8-, 10- und 31-jährige Staatsanleihen. Großbritannien biete 10-jährige Gilts im Volumen von 2,25 Mrd. GBP an. (01.08.2017/alc/a/a)






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