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Bund-Renditen dürften nur moderat steigen


11.06.18 13:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen setzten ihre moderate Aufwärtstendenz die zweite Woche in Folge fort, so die Analysten der Nord LB.

Die Verzinsung zehnjähriger Bunds habe erneut die Marke von 0,50% erreicht, die Rendite amerikanischer Treasuries habe 2,95% übersprungen. Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen habe sich entsprechend leicht eingeengt auf etwa 245 Basispunkte. Die Zinskurve in den USA sei mit etwa 45 Basispunkten wieder etwas steiler geworden (10J minus 2J). Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der Laufzeitenspread wenig verändert bei etwa 100 Basispunkten.

Die subjektiv gefühlte leichte Beruhigung um die Themen Italien und US-Zölle habe in der vergangenen Woche die Suche nach safe-haven Anlagen etwas abflauen lassen. Die Unsicherheiten würden aber grundsätzlich bestehen bleiben, was der gescheiterte Gipfel in Kanada am Wochenende nochmals sehr eindrucksvoll bestätigt habe. Insofern könne jederzeit die globale Verunsicherung erneut zunehmen und einen abrupten Kapitalfluss in die Benchmarkanleihen hervorrufen. So dürfte insbesondere den Renditen zehnjähriger US-Treasuries ein nachhaltiges Überschreiten der Marke von 3,00% schwer fallen.

Auch bei Bunds sollte die Thematik Italien dafür sorgen, dass es nur moderat mit den Bund-Renditen nach oben gehen könne. Das gelte trotz der aktuell vorliegenden recht soliden Konjunkturdaten! Während die Aussichten für diese in den USA weiterhin sehr gut seien, müsse man für Deutschland und Euroland in den kommenden Tagen doch von etwas schwächeren Indikatoren ausgehen: So würden in den USA eine weiter steigende Inflationsrate (auf zu erwartende 2,7% Y/Y) und starke Einzelhandelsumsätze (+0,4% M/M erw.) sowie eine erneut zunehmende Industrieproduktion (+0,5% M/M erw.) veröffentlicht. Dagegen müssten sich die Rentenmärkte am Dienstagvormittag durchaus auf einen deutlichen Rückgang bei den deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen (-15,2 Punkte) einstellen.

Weitere bedeutsame Impulse im Verlauf dieser Woche seien von den beiden Notenbanksitzungen zu erwarten: Wie würden die Währungshüter der FED am Mittwochabend und der EZB am Donnerstagnachmittag die weiteren geldpolitischen Aussichten sehen? Wie würden von ihnen die handelspolitischen Verwerfungen und wie robust die Konjunkturlage eingeschätzt? Wichtige Weichenstellungen könnten damit für das 2. Halbjahr vorgenommen werden. (11.06.2018/alc/a/a)