Bund-Future gibt nach US-Zinsentscheid wieder nach


16.06.17 13:10
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) verteuerte sich nach den schwachen Wirtschaftsräten ebenso wie die US-Treasuries weiter, gab nach dem US-Zinsentscheid die Gewinne jedoch wieder ab und viel auf die Marke von 164,60 zurück, so die Börse Stuttgart.

Interessanter sei diese Woche die Entwicklung französischer Staatstitel gewesen. Nach dem Erdrutschsieg von Macron habe der Markt hier auf zügige Wirtschaftsreformen gesetzt. Anleger würden der Partei des französischen Präsidenten wohl sehr viel zutrauen und hätten darauf hin Französische Staatsanleihen gekauft. Die Rendite der zehnjährigen Papiere sei von ca. 0,67% auf aktuell 0,59% gesunken. Viel Vertrauensvorschuss für den neuen Präsidenten und seine Partei "La Republique en marche".

Im Wochenverlauf seien britische Staatsanleihen, so genannte GILTS, sehr volatil gewesen. Hier sahen wir im 10-jährigen Bereich eine Spanne von 1,06 bis 0,92% auf Renditebasis oder von 131,50 bis 133,18 Prozent im Kurs, so die Börse Stuttgart. Investoren seien hier am Wochenanfang scheinbar hin- und hergerissen gewesen, zwischen der Chance auf einen "weicheren" Brexit und einem etwaigen Chaos, das längerfristig bei dem erzielten niedrigen Ergebnis von Theresa May entstehen könnte. Frau May sehe das ganze bisher wohl noch recht zuversichtlich und versprach ihren Parteimitgliedern, das von ihr eingebrockte Chaos auch höchstpersönlich wieder zu bereinigen. Ob sie dem Druck der eigenen Parteifreunde noch lange standhalten könne, bleibe jedoch fraglich.

Auch die EU verliere angesichts wiederholt abgesagter Termine zusehends die Geduld mit Großbritannien. Am Donnerstag sei dann noch der Zinsentscheid der Bank of England gefolgt. Die Notenbank habe die Leitzinsen unverändert bei 0,25% gelassen. Dies habe ebenfalls für Volatilität gesorgt. EUR/GBP habe direkt nach dem Entscheid bei 0,873 gehandelt (vorher bei 0,88).

Ein Novum in der EZB-Geschichte und sehr interessant, sei diese Woche der Kauf von Chinesischen Renminbi gewesen. Die EZB habe erstmalig chinesische Anleihen in Höhe von 500 Millionen Euro gekauft. Man wolle damit der gestiegenen Rolle der chinesischen Währung Rechnung tragen. Im Gegenzug dazu seien Dollarbestände abgebaut worden. Zwar klinge das auf den ersten Blick nach viel Geld, sei jedoch für die EZB eher eine sehr kleine Transaktion. Da es jedoch eine Prämiere gewesen sei, habe der Kauf trotzdem große Beachtung am Kapitalmarkt gefunden. (16.06.2017/alc/a/a)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €