Bund-Future bleibt angeschlagen


04.01.18 11:10
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Erneut waren die Umsätze an den Rentenmärkten überschaubar, so die Analysten der National-Bank AG.

Die deutschen Staatsanleihen hätten dabei einen Großteil ihrer Vortagsverluste wieder wettmachen können. Angeschlagen würden sie dennoch bleiben, obwohl die Nachfrage nach Anleihen weiterhin hoch sei. Das sei an der ausgezeichneten Aufnahme der via Syndikat emittierten neuen 10-jährigen irischen Staatsanleihe abzulesen gewesen.

Konjunkturdatenseitig habe es gestern wenig Überraschendes gegeben. Der deutsche Arbeitsmarkt habe sich im Dezember in ausgezeichneter Verfassung präsentiert, die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe hoch. Die teils endgültigen Markit Einkaufsmanagerindices für den Dienstleistungssektor für verschiedene Euroländer würden heute ebenfalls anzeigen, dass es auch in diesem Segment in den kommenden Monaten zu einem anhaltenden Wachstum kommen werde.

Am meisten Beachtung habe erwartungsgemäß das Protokoll der FOMC-Tagung vom 12. / 13. Dezember gefunden. Danach werde die FED an dem Kurs gradueller Leitzinserhöhungen festhalten. Die Inflationsentwicklung werde die wichtigste Rolle spielen und daher den Takt vorgeben. Bei Details würden sich die Geister in dem Gremium dann aber doch scheiden. Das abweichende Votum zweier Mitglieder des FOMC im Dezember habe Eingang in die Diskussion über den künftigen geldpolitischen Kurs gefunden. Manch ein Mitglied des Entscheidungsgremiums würden die avisierten drei Leitzinsschritte für das laufende Jahr nämlich zu weit gehen.

Die Investoren hätten nach Veröffentlichung des Protokolls ebenfalls reagiert und damit begonnen, den dritten Leitzinsschritt wieder auszupreisen. Diese Reaktion dürfte jedoch zu früh kommen. Übersehen werde derzeit nämlich, dass sämtliche Projektionen der FED ohne die Wirkung der Steuerreform erfolgt seien. Diese müsse nun jedoch eingearbeitet werden. Entsprechend sei im geldpolitischen Gremium der US-Notenbank über die Steuerreform und deren Effekte auf die Konjunktur debattiert worden, ohne sie jedoch abschließend zu bewerten, da zum Zeitpunkt der Tagung nicht alle Details bekannt gewesen seien.

Sollten die fiskalischen Maßnahmen eine Wirkung auf die US-Wirtschaft haben, die sowieso nahe der Vollbeschäftigung operiere, dürfte die FED eher restriktiver in ihrem Kurs werden. Genau das sollten die Investoren einpreisen. Dass die Steuerreform bereits vor der Unterschrift des Präsidenten ihre Wirkung entfalte, sei erneut in Stimmungsindikatoren abzulesen gewesen: Der ISM für das Verarbeitende Gewerbe habe wieder angezogen. Zu beachten sei hierbei die Entwicklung der Preiskomponente: Sie habe erneut angezogen. Auf den Vorstufen könnte der Preisdruck also zunehmen.

Aus China seien die ersten guten Nachrichten des Tages gekommen: Der Caixin Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe habe unerwartet deutlich zulegen können. Die chinesische Binnenwirtschaft scheine in Schwung zu kommen. Im weiteren Tagesverlauf seien neben den Markit-Daten aus dem Euroraum noch der ADP-Bericht zu beachten. Allerdings sei seine Qualität als Schätzer für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sehr schwankend.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe zwar einen Großteil seiner Vortagsverluste aufgeholt, dennoch bleibe er angeschlagen. Heute Morgen dürfte er kaum geändert in den Tag starten. Die langlaufenden Emissionen aus Frankreich und Spanien dürften sich jedoch als Belastungsfaktor herausstellen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,70 und 162,20 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,39 und 2,52% schwanken. (04.01.2018/alc/a/a)