Bund-Future: Verbesserte technische Perspektiven


06.06.17 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Hauptaugenmerk richtet sich in der neuen Woche auf Europa, denn mit der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank und den britischen Parlamentswahlen stehen wichtige Ereignisse an, so die Analysten der Helaba.

Im Hinblick auf die EZB hätten die Analysten in den letzten Wochen mehrmals ihre Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass angesichts der soliden Stimmungswerte eine ausbalancierte konjunkturelle Risikoeinschätzung seitens der EZB vorgenommen werde. Die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindices des europäischen Dienstleistungsgewerbes hätten dies mit robusten Werten nochmals untermauert und auch das heutige sentix-Investorenvertrauen dürfte ein hohes Niveau aufweisen.

Bereits auf den vorangegangenen Ratssitzungen seien die Konjunkturrisiken auf der Unterseite als abnehmend bezeichnet worden, sodass obige Erwartung folgerichtig erscheine. Vor diesem Hintergrund sollte es eigentlich auch zu einer Anpassung der Forward Guidance kommen, wonach die Zinsen vom aktuellen Niveau aus nochmals sinken könnten. Allerdings würden diesbezüglich die erneut schwachen Inflationsraten und Äußerungen von Bundesbankpräsident Weidmann verunsichern. Dieser sehe den Bedarf dafür, die Diskussion über eine veränderte Forward Guidance zu beginnen. Mithin könnte dies dann auch erst im Verlauf des Sommers geschehen, was signalisieren würde, dass die EZB sehr behutsam auf dem Weg der geldpolitischen Normalisierung voranschreiten möchte.

Die britischen Unterhauswahlen schienen schon entschieden, und Theresa May hätte mehr Spielraum für die "Brexit"-Verhandlungen gewonnen, so die Analysten der Helaba. Die Erwartung sei geäußert worden, dass dadurch Kompromisse mit der EU möglich würden, da sie nicht auf die Hardliner in der eigenen Partei angewiesen wäre. Zuletzt sei aber die Unterstützung für die Tories deutlich gesunken, was die Unsicherheit erhöhe. Verfehle May eine Parlamentsmehrheit, dürfe wohl nicht davon ausgegangen werden, dass die proeuropäischen Liberaldemokraten der Premierministerin beim "Brexit" helfen würden. Auch nicht die schottischen Nationalisten. Eine große Koalition erscheine ebenso unwahrscheinlich. Was komme also? Neuwahlen? Die Volatilität des Pfundkurses dürfte wohl erhöht sein, wobei ein Sieg der Konservativen eine Stärkung der Währung zur Folge hätte, denn mit den sinkenden Umfragewerten sei auch der Pfundkurs in den letzten Wochen gesunken.

Im Vorfeld wichtiger Ereignisse, wie der Unterhauswahl in Großbritannien und der EZB-Ratssitzung am Donnerstag, dürften sich Marktteilnehmer mit Engagements beim Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) etwas zurückhalten. Die technischen Perspektiven hätten sich verbessert, nachdem das Kursgap vom April bei 162,49 geschlossen worden sei. Sollte nun noch der Widerstände bei 162,84 (200-Tagelinie) überwunden werden, entstünde Raum bis 163,99 (April-Hoch). Erste Unterstützungen lokalisieren die Analysten der Helaba bei 161,95 und um 161,00. Die Trading-Range liege zwischen 161,95 und 162,90. (06.06.2017/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
162,88 € 163,06 € -0,18 € -0,11% 24.11./11:52
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €