Bund-Future: Aufwärtstrend zeitweilig durchbrochen


19.06.17 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Wochenauftakt verläuft datenseitig ruhig, denn die Produktionszahlen des Baugewerbes auf EWU-Ebene sorgen in der Regel nicht für Impulse, berichten die Analysten der Helaba.

Interessanter könnten derweil die Redebeiträge von FED-Vertretern werden. Nachdem die US-Notenbank in der Vorwoche die Leitzinsband um 25 Bp auf 1% bis 1,25% erhöht und eine Fortsetzung des Zinszyklus angedeutet habe, wenngleich der Zinspfad weiterhin sehr zögerlich sein dürfte. Darüber hinaus sei signalisiert worden, dass noch in diesem Jahr der Einstieg in die Reduzierung der Bilanzsumme erfolge. Auch dies solle aber ein gradueller Prozess sein, der zunächst über die Deckelung der Reinvestitionstätigkeit fälliger Anleihen beginne. Heute sei William Dudley (Präsident der FED in New York) an der Reihe; im Verlauf der Woche würden es insgesamt nicht weniger als acht FED-Vertreter sein, die auftreten würden.

Das Hauptaugenmerk würden die Marktteilnehmer in der neuen Woche wohl auf die Vorabschätzungen der Einkaufsmanagerindices (PMIs) in Deutschland, Frankreich und der Eurozone lenken. Die Stimmungswerte in Europa hätten sich seit 2016 auf breiter Basis deutlich verbessert. Das gelte in regionaler wie auch in sektoraler Hinsicht. Per Saldo lägen die Werte nicht nur der Einkaufsmanagerindices sondern auch der Geschäftsklimaindices weit im Expansionsbereich und würden eine Fortsetzung des Wachstums andeuten. Indikationen vonseiten der Finanzmarktumfragen (ZEW-Salden, sentix-Investorenvertrauen) würden zudem dafür sprechen, dass die hohen PMI-Niveaus verteidigt werden könnten. An deutliche Anstiege glauben die Analysten der Helaba aufgrund der erreichten Levels nicht. Des Weiteren gelte es zu beachten, dass sich die Stimmungsindikatoren bereits signifikant besser entwickelt hätten als die realwirtschaftlichen Daten. Erinnert sei beispielsweise an den deutschen Auftragseingang der Industrie.

In den USA richte sich der Blick vornehmlich auf die Immobiliendaten. Der Absatz von Eigenheimen sei bereits im April deutlich gesunken und die Vorgaben für den Mai-Wert seien ebenfalls nicht positiv. So seien die schwebenden Hausverkäufe ein zweites Mal in Folge gesunken und Ähnliches sollte für den Eigenheimabsatz ins Kalkül gezogen werden. Hauspreisentwicklungen, der MBA-Hypothekenmarktindex und die Neubauverkäufe würden das Bild ergänzen, hätten zumeist aber keinen marktbewegenden Charakter. Das konjunkturelle Bild werde im Wochenverlauf abgerundet durch den Index der Frühindikatoren und den Kansas-City-FED-Index. Die Analysten der Helaba rechnen nicht mit negativen Überraschungen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe den im Mai etablierten Aufwärtstrend zeitweilig durchbrochen und auch die technischen Indikatoren würden sich eintrüben. MACD und Stochastik würden sich gen Süden richten, Letzterer unterhalb der Signallinie. Ein Test des 38,2%-Retracements der Mai-Bewegung bei 164,07 sollte ins Kalkül gezogen werden. Politische Risiken würden derzeit abnehmen und so gebe es von dieser Seite keine Unterstützung. Zudem würden fundamentale Impulse wohl ausbleiben, denn Einbrüche bei den europäischen PMIs in dieser Woche seien nicht zu erwarten. Die Trading-Range liege bei 164,00 bis 165,10. (19.06.2017/alc/a/a)





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