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Bringt die EZB den Rentenmarkt aus dem Tritt?


03.10.18 12:39
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Mit Blick auf das baldige Ende des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) befürchten manche Anleger Risiken für die europäischen Rentenmärkte, so die Experten von "FONDS professionell".

Pessimismus sei aber nicht angebracht, erkläre der Fondsanbieter Neuberger Berman. "Der Euro-Rentenmarkt wird nach dem Ende des Anleihekaufprogramms nicht aus dem Gleichgewicht geraten, denn die Knappheit an AAA-Staatsanleihen rechtfertigt den Stopp", sage Jon Jonsson, Fixed-Income-Portfoliomanager bei Neuberger Berman.

Auch nach dem Ende des sogenannten Quantitative Easings werde das Bilanzvolumen der Notenbank hoch sein, erwarte Jonsson. Zumal das Ende der Anleihekäufe keine generelle Straffung der Geldpolitik bedeute: "Die EZB hat betont, dass die Zinsen zumindest bis Ende des nächsten Sommers negativ bleiben werden." Nicht zuletzt sei die Notenbank noch weit von ihrem Inflationsziel von um die zwei Prozent entfernt. Ein Grund dafür sei, dass das Anleihekaufprogramm und die niedrigen Zinsen den Euro nicht so stark geschwächt hätten wie erwartet.

Im relativen Vergleich sei die Markteinschätzung gegenüber Europa zu pessimistisch, sage Jonsson. Das Wirtschaftswachstum liege noch über dem Trend, der Euro sei gegenüber dem US-Dollar günstig bewertet, die Finanzbedingungen seien nach wie vor locker - und die Notenbank verfolge weiterhin eine expansive Geldpolitik. Auch ein Handelskrieg könnte die Euro-Länder nicht nachhaltig beschädigen, so der Portfoliomanager. Er empfehle Anleihe-Investoren, sich in den Euro-Kernländern umzusehen und auf eine kurze Duration zu setzen. Auch taktische Positionen in italienischen Titeln halte er für aussichtsreich. (Ausgabe vom 02.10.2018) (03.10.2018/alc/a/a)