Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Volkswagen: Mit neuen Modellen durchstarten - Anleiheanalyse


07.09.20 10:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Volkswagen eine Bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ASY2 / WKN DD5ASY) mit dem Basiswert Volkswagen vor.

Im ersten Halbjahr 2020 sei die Geschäftsentwicklung bei Volkswagen stark von der Corona-Krise beeinträchtigt worden. Angesichts der Nachfrageerholung im Juni sowie der forcierten Modelloffensive blicke der Autobauer aber zuversichtlicher auf die zweite Jahreshälfte.

Die Corona-Krise habe im Zeitraum Januar bis Juni 2020 zu deutlichen Einschnitten in den Konzernkennzahlen geführt. So seien beispielsweise die Auslieferungen um 26,7% gesunken. Daraus habe ein Umsatzeinbruch von 35,5% auf rund 29 Mrd. Euro resultiert. Gleichzeitig sei Volkswagen in die roten Zahlen gerutscht. Laut Vorstand hätten die negativen Auswirkungen der Krise jedoch durch die eingeleiteten Gegenmaßnahmen verringert werden können. Positiv bewerten wir, dass schnell an der Kostenschraube gedreht wurde und u.a. die Ausgaben für Sachinvestitionen sowie Forschung und Entwicklung deutlich sanken, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Gleichzeitig habe man die Produktion konsequent an die rückläufige Nachfrage angepasst, wodurch die Vorräte signifikant abgebaut worden seien, was nach Erachten von Robin Freytag von der DZ BANK ebenfalls ein sinnvoller Schritt gewesen sei.

Trotz der Herausforderungen in den vergangenen Monaten habe sich Volkswagen eigenen Angaben zufolge gut gehalten. Der Konzern sehe sich weiterhin robust aufgestellt und strebe für das Gesamtjahr ein positives operatives Ergebnis an. Rückenwind erhoffe man sich in der zweiten Jahreshälfte durch die Modelloffensive, die dann ihre volle Kraft entfalten solle. Das Unternehmen habe auch während der Corona-Krise sein Produktportfolio konsequent ausgebaut. In allen Segmenten seien zahlreiche neue Modelle vorgestellt worden. Der Schwerpunkt habe dabei auf batterieelektrischen Fahrzeugen sowie den Plug-in-Hybriden gelegen.

Seit Juni könnten Kunden den neue ID.3 bestellen. Nach Verzögerungen bei der Software-Ausstattung sollten die ersten Exemplare nun ab Mitte September ausgeliefert werden. Der ID.3 sei das erste Modell, das auf dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) basiert. Mit diesem solle die Entwicklung von E-Autos beschleunigt werden, um damit die Elektromobilitätsoffensive des Konzerns voranzutreiben. Die Plattform fuße auf einer einheitlichen Technik und durch die Verwendung gleicher Teile in großen Produktionsmengen würden sich Kosten sparen lassen. Die Strategie ist aus unserer Sicht sinnvoll und zielführend, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, weiter. In Zwickau sei zuletzt mit dem SUV ID.4 die Produktion des zweiten Modells der neuen Elektro-Serie gestartet. Beide Modelle würden die Basis für weitere Fahrzeuge in den nächsten Jahren bilden. Der Konzern wolle bis 2024 etwa 33 Mrd. Euro in die E-Mobilität investieren, ein Drittel davon in die Kernmarke Volkswagen. Dazu gehöre der Aufbau von Produktionskapazitäten in weiteren VW-Werken in Deutschland, den USA und China.

Volkswagen setze aber nicht nur auf reine E-Modelle. Das Unternehmen wolle auch weiterhin mit effizienten Verbrennungsmotoren punkten. Dazu würden u.a. der neue Tiguan und die neue Arteon-Familie gehören. In den nächsten Monaten solle zudem die Marke Golf mit der Einführung zahlreicher Plug-in-Hybriden den Elektrifizierungskurs vorantreiben. Als Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung sehe Robin Freytag von der DZ BANK jedoch, dass die Markterholung nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen regional sehr unterschiedlich und zum Teil recht schleppend erfolgen dürfte. Deshalb seien auch im nächsten Jahr Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen.

Derzeit werde die Volkswagen-Bonität von den beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings A3 bzw. BBB+ eingestuft. Beide hätten im Juni respektive März ihre Einschätzung bestätigt, gleichzeitig allerdings den Ausblick auf "negativ" gesenkt. Als positive Aspekte würden die Ratingagenturen unter anderem die führenden Marktpositionen in den wichtigen Absatzmärkten China und Europa anführen. Zu den Risiken würden die Kosten und eventuellen Strafzahlungen im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten rund um die Dieselproblematik gehören. Zudem bestehe weltweit ein herausforderndes Marktumfeld für die Automobilindustrie. Den negativen Ausblick habe Moody's insbesondere mit den potenziell negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftsentwicklung bis in das Jahr 2021 hinein begründet.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Volkswagen AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,10% p.a. und die Laufzeit betrage 7,3 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 31.08.2020 bis 15.09.2020. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Volkswagen AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,10% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 04.09.2020) (07.09.2020/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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