Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Volkswagen: Zurück in der Gewinnzone - Anleiheanalyse


05.11.20 11:30
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Volkswagen eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ATV6 / WKN DD5ATV) mit dem Basiswert Volkswagen vor.

Der größte Automobilhersteller der Welt gebe wieder Gas. Die Zahlen für das dritte Quartal seien überraschend stark gewesen. Zudem setze Volkswagen an, Tesla zu überholen.

Nach dem Corona-bedingten Einbruch im zweiten Quartal habe sich das Geschäft von Juli bis September deutlich erholt. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 habe sich der Umsatz im dritten Quartal um über 40% auf 59,3 Mrd. Euro erhöht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei der Umsatz nur um 3,4% gefallen. Habe Volkswagen von April bis Juni noch einen Verlust ausweisen müssen, schreibe der Autobauer nun wieder schwarze Zahlen. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen betrage im dritten Quartal 3,2 Mrd. Euro. Im Vorjahresquartal sei der Gewinn allerdings rund 1,6 Mrd. Euro höher ausgefallen.

Ein wichtiger Treiber für die Rückkehr in die Gewinnzone sei die starke Nachfrage in China gewesen - dem größten Einzelmarkt für Volkswagen. Nach einem schwachen zweiten Quartal habe der Absatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 3% gesteigert werden können. Des Weiteren scheinen auch die weltweit eingeleiteten Gegenmaßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung sowie zur Entlastung des Working Capital Wirkung zu zeigen, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Unter anderem habe sich z.B. die Netto-Liquidität im Automobilbereich auf 24,8 Mrd. Euro erhöht.

Die steigende Nachfrage sowie die Rückkehr in die Gewinnzone stimmen uns durchaus positiv, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, weiter. Nachdem Volkswagen im ersten Halbjahr 2020 einen Verlust habe ausweisen müssen, gehe Robin Freytag inzwischen davon aus, dass das Gesamtjahr mit einem Gewinn abgeschlossen werden könne. Allerdings erwarte der Bondhändler, dass das Geschäft auch noch in den nächsten Monaten unter den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie leiden werde und die Absatzzahlen sowie Umsatz und Ergebnis deutlich unter den Vorjahreszahlen liegen würden.

Immer größerer Beliebtheit würden sich Elektrofahrzeuge erfreuen. Laut der Beratungsgesellschaft EY habe im September fast jeder neunte Neuwagen in den fünf großen Märkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien über einen elektrifizierten Antrieb verfügt. Insgesamt habe sich der Absatz in den oben genannten Regionen um fast 200% erhöht.

Diesen Trend bekomme auch Volkswagen zu spüren. Bis Ende Oktober seien von dem neuen Elektroauto ID.3 über 14.000 Exemplare ausgeliefert und rund 38.000 Stück vorbestellt worden. Rechne man die in Europa verkauften Stückzahlen des ID.3, des e-Golf, des AUDI e-tron und des VW Passat GTE zusammen, sei Volkswagen hierzulande die Nummer Eins auf dem E-Automarkt. Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird und Volkswagen mit den neuen Modellen ID.4 und ID.5 Tesla überholen und als Marktführer ablösen könnte, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Allerdings würden auch die anderen Automobilhersteller nicht schlafen und man rechne mit einem deutlich wettbewerbsintensiveren Umfeld in den nächsten Jahren.

Derzeit werde die Volkswagen-Bonität von den beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings A3 bzw. BBB+ sowie einem negativen Ausblick eingestuft. Anlagen mit diesen Ratings würden als sichere bzw. durchschnittlich gute Anlage gelten. Bei einer Verschlechterung der Gesamtwirtschaft könnten jedoch Probleme auftreten.

Positiv würden die Ratingagenturen das robuste Portfolio von Marken mit hohem Wiedererkennungswert sowie die etablierten Marktpositionen in Westeuropa und China bewerten. Moody's weise unter anderem explizit auf das erhebliche Engagement der Gruppe auf dem chinesischen Markt hin und erwarte, dass sich dieser in den nächsten zwei Jahren besser entwickeln werde als die globalen Automobilmärkte. Zu den Risiken würden dagegen die verbleibenden Rechts- und Sanierungskosten im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten rund um die Dieselproblematik gehören. Zudem würden die Agenturen befürchten, dass die Emissionskrise nach wie vor Auswirkungen auf die allgemeine Reputation und Glaubwürdigkeit des Konzerns haben könnte. Ebenfalls kritisch betrachtet werde das wettbewerbsintensive Umfeld in der Automobilbranche, welches sich voraussichtlich weiter verschärfe, wodurch Volkswagen stärkeren Gegenwind als derzeit erfahren könnte.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Volkswagen AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,00% p.a. und die Laufzeit betrage 8,1 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 30.10.2020 bis 13.11.2020. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Volkswagen AG.

Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,00% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 04.11.2020) (05.11.2020/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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