Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Volkswagen: Fokus auf Elektromobilität und Digitalisierung - Anleiheanalyse


19.11.20 09:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Volkswagen (VW) (ISIN DE0007664005 / WKN 766400) eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ATY0 / WKN DD5ATY) mit dem Basiswert Volkswagen vor.

Kürzlich habe VW-CEO Herbert Diess im OMR-Podcast ein klares Bekenntnis für die E-Mobilität abgegeben. Demnach sehe der VW-Manager keine Alternative zu dieser Antriebsart. Sowohl Wasserstoff als auch synthetische Treibstoffe hätten einen schlechteren Wirkungsgrad und wären dadurch viel aufwändiger und teurer. Aktuell sei laut Diess der elektrische Antriebsstrang somit die einzige verfolgenswerte Technologie, um die CO2-Neutralität zu erreichen. Wie ernst es den Wolfsburgern mit dem Thema Elektromobilität sei, sei Ende letzter Woche deutlich geworden.

Vergangenen Freitag habe der Aufsichtsrat von VW einen Investitionsplan in Höhe von rund 150 Mrd. Euro abgesegnet. Davon sollten ca. 73 Mrd. Euro in Zukunftstechnologien fließen. Der weltgrößte Automobilkonzern plane, 35 Mrd. Euro in die E-Mobilität, 27 Mrd. Euro in das Schlüsselthema Digitalisierung und 11 Mrd. Euro in die Hybridisierung des Modellportfolios zu investieren. Im Vergleich zur vorhergehenden Planungsrunde sei vor allem der Bereich Digitalisierung gestärkt worden. VW plane, den Eigenanteil bei der Software von 10% auf 60% zu steigern. Zudem solle ein großer Teil der Mittel in die Zukunftstrends Künstliche Intelligenz und Autonomes Fahren fließen.

VW gelte in Deutschland derzeit als Vorreiter im Bereich Elektromobilität. Als erster Automobilkonzern hätten sich die Wolfsburger dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet und würden bis 2050 die Klimaneutralität anstreben. Um dies zu erreichen, sollten bis 2030 70 reine E-Modelle auf den Markt kommen. Wir begrüßen diese konsequente Vorgehensweise, unserer Meinung nach ist die Fokussierung auf Elektromobilität der richtige Schritt, um langfristig eine führende Marktposition einzunehmen, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Aufgrund der hohen Investitionen sowie des zunehmenden Wettbewerbs in der Automobilindustrie könnten allerdings Ergebnisse und Margen unter Druck geraten.

Nachdem VW im September überraschend starke Verkaufszahlen ausgewiesen habe, sei der Absatz im Oktober wieder leicht rückläufig gewesen. Im Gegensatz zum Vorjahresmonat seien 4,9% weniger Fahrzeuge ausgeliefert worden - insgesamt verkaufe VW weltweit 903.200 Autos. Wir glauben, dass die zweite Corona-Welle sowie die Lockdowns in wichtigen Absatzmärkten erneut zu Belastungen führen könnten, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, weiter. Robin Freytag rechne frühestens im Laufe des nächsten Jahres mit einer Rückkehr zur Normalität und erwarten dann auch wieder steigende Absatzzahlen.

Derzeit werde die VW-Bonität von den beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings A3 bzw. BBB+ sowie einem negativen Ausblick eingestuft. Anlagen mit diesen Ratings würden als sichere bzw. durchschnittlich gute Anlage gelten. Bei einer Verschlechterung der Gesamtwirtschaft könnten jedoch Probleme auftreten.

Positiv würden die Ratingagenturen das robuste Portfolio von Marken mit hohem Wiedererkennungswert sowie die etablierten Marktpositionen in Westeuropa und China bewerten. Moody's weise unter anderem explizit auf das erhebliche Engagement der Gruppe auf dem chinesischen Markt hin und erwarte, dass sich dieser in den nächsten zwei Jahren besser entwickeln werde als die globalen Automobilmärkte.

Zu den Risiken würden dagegen die verbleibenden Rechts- und Sanierungskosten im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten rund um die Dieselproblematik gehören. Zudem würden die Agenturen befürchten, dass die Emissionskrise nach wie vor Auswirkungen auf die allgemeine Reputation und Glaubwürdigkeit des Konzerns haben könnte. Ebenfalls kritisch betrachtet werde das wettbewerbsintensive Umfeld in der Automobilbranche, welches sich voraussichtlich weiter verschärfe, wodurch VW stärkeren Gegenwind als derzeit erfahren könnte.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Volkswagen AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,00% p.a. und die Laufzeit betrage 8,1 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 13.11.2020 bis 30.11.2020. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Volkswagen AG.

Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,00% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 18.11.2020) (19.11.2020/alc/a/a)
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