Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Volkswagen - Die Aufholjagd auf Tesla hat begonnen! Anleiheanalyse


17.09.20 12:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Volkswagen (VW) (ISIN DE0007664005 / WKN 766400) eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5AS22 / WKN DD5AS2) mit dem Basiswert Volkswagen vor.

Ereignisreiche Tage in Wolfsburg: Nach einigen Verzögerungen seien vor kurzem die ersten Modelle des Elektro-Hoffnungsträgers ID.3 ausgeliefert worden. Zudem gebe es beim Diesel-Skandal positive Nachrichten.

Vergangene Woche sei es endlich so weit gewesen. Nach Verzögerungen und Problemen mit der Software hätten die ersten Kunden den neuen ID.3 in Empfang nehmen können. Mit dem rein batteriegetriebenen Auto sei Volkswagen nun endgültig im Elektrozeitalter angekommen. Kein anderer deutscher Automobilkonzern habe in den letzten Monaten die E-Mobilität so radikal vorangetrieben wie VW. Ziel sei es, den E-Auto-Vorreiter Tesla bezüglich Technologie und Stückzahl zu überholen. Laut Konzernangaben seien von der ersten Edition des auf 30.000 Stück limitierten Wagens bisher mehr als 25.000 Stück verkauft worden. Ab Oktober solle das Serienmodell erhältlich sein.

Volkswagen selbst sehe sich auf einem guten Weg, mittelfristig an Tesla vorbeizuziehen. So habe Betriebsratschef Bernd Osterloh erst kürzlich der "Welt am Sonntag" gesagt, dass VW bis spätestens 2023 zwischen 900.000 und 1,5 Millionen Elektroautos pro Jahr produzieren wolle. Zum Vergleich: Ende 2019 seien laut einer Studie des Chemnitz Automotive Institute (CATI) an 17 Standorten in acht europäischen Ländern rund 276.500 vollelektronische Pkw produziert worden. Bis 2025 rechne das Institut mit über 2 Millionen Einheiten. Zudem würden die Experten aus Chemnitz erwarten, dass bis dahin ca. 40% der in Europa produzierten E-Autos aus dem Volkswagen-Konzern und den angeschlossenen Marken kämen.

In unseren Augen sind die angestrebten Stückzahlen von VW durchaus ambitioniert, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Allerdings begrüße Bondhändler Freytag die Entschlossenheit, mit der die Wolfsburger das Thema Elektromobilität angehen würden. Zudem stimme die steigende Nachfrage nach E-Autos zuversichtlich. Während im laufenden Jahr laut CATI die Nachfrage nach konventionellen Verbrennern in Europa rückläufig gewesen sei, seien die Neuzulassungen vollelektrischer Pkws im ersten Halbjahr um über 30% gestiegen. Für das Gesamtjahr werde ein Zuwachs von rund 66% prognostiziert. Wenig erfreulich finde Robin Freytag dagegen die Kritik der Fachpresse an dem ID.3. Demnach lasse die Verarbeitung zu wünschen übrig, und Online-Dienste würden teils nur eingeschränkt funktionieren. Um Tesla letztendlich den Rang abzulaufen, müsse VW diese Probleme in den Griff bekommen.

Positiv zu bewerten sind unserer Meinung nach die jüngsten Entwicklungen im VW-Diesel-Skandal, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Der seit 2017 bei Volkswagen installierte US-Aufseher, der den Automobilkonzern überwachen und bei der Aufarbeitung der Affäre helfen sollte, sei mit seinem Mandat fertig. Der amerikanische Kontrolleur habe dem Unternehmen bescheinigt, aus dem Skandal gelernt zu haben und die nötigen Vorkehrungen, um solch ein Ereignis in Zukunft zu vermeiden, getroffen zu haben. Robin Freytag erwarte, dass mehr Transparenz sowie ein größerer Fokus auf Nachhaltigkeit auch von den Investoren langfristig honoriert würden.

Derzeit werde die Volkswagen-Bonität von den beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings A3 bzw. BBB+ eingestuft. Beide hätten im Juni respektive März ihre Einschätzung bestätigt, gleichzeitig allerdings den Ausblick auf "negativ" gesenkt. Anlagen mit diesen Ratings würden als sichere bzw. durchschnittlich gute Anlage gelten. Bei einer Verschlechterung der Gesamtwirtschaft könnten jedoch Probleme auftreten.

Positiv würden die Ratingagenturen unter anderem die führenden Marktpositionen in den wichtigen Absatzmärkten China und Europa bewerten. Zu den Risiken würden dagegen die Kosten und eventuellen Strafzahlungen im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten rund um die Dieselproblematik gehören. Zudem bestehe weltweit ein herausforderndes Marktumfeld für die Automobilindustrie. Den negativen Ausblick habe Moody's insbesondere mit den potenziell negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftsentwicklung bis in das Jahr 2021 hinein begründet.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Volkswagen AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,11% p.a. und die Laufzeit betrage 9,7 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 15.09.2020 bis 30.09.2020. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Volkswagen AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,11% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 16.09.2020) (17.09.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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