Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf HOCHTIEF: Solide Ergebnisse trotz Corona-Pandemie - Anleiheanalyse


01.02.21 10:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von HOCHTIEF eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5AUZ5 / WKN DD5AUZ) mit dem Basiswert HOCHTIEF vor.

Ganz spurlos sei die COVID-19-Pandemie auch an HOCHTIEF nicht vorbeigegangen. Von Januar bis September habe der international ausgerichtete Baukonzern einen Umsatz von 17,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei dies ein Rückgang um 4,5%. Der nominale Konzerngewinn sei im selben Zeitraum um 29,0% auf 324,0 Mio. Euro gefallen. Dies entspreche einem Gewinn pro Aktie von 4,65 Euro. Am Ende des dritten Quartals habe HOCHTIEF über eine Liquiditätsposition von 5,5 Mrd. Euro verfügt. Die Nettofinanzverschuldung betrage 952 Mio. Euro. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2020 würden am 18. Februar veröffentlicht.

Unter Anbetracht der aktuellen Lage stufen wir dieses Ergebnis als solide ein, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Dass HOCHTIEF nicht stärker betroffen sei, beruhe nach Robin Freytags Meinung auf der regional diversifizierten Ausrichtung des Konzerns in entwickelten Kernmärkten sowie auf den unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Das in Essen ansässige Unternehmen sei weltweit tätig. So seien in den ersten drei Quartalen 2020 fast 95% der Umsätze außerhalb Europas erzielt worden. Neben den klassischen Bauleistungen Hoch- und Tiefbau sowie Verkehrsinfrastruktur biete HOCHTIEF dank der australischen Tochtergesellschaft Cimic Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Bau, Bergbau und Mineralienverarbeitung an. Des Weiteren sei HOCHTIEF seit 2018 mit einem Anteil von rund 20% am führenden internationalen Mautstraßenbetreiber Abertis beteiligt. Die breite Diversifikation der Geschäftsfelder könnte nach Ansicht von Bondhändler Freytag die Auswirkungen eines weltweiten Konjunkturabschwungs reduzieren.

In den letzten Jahren habe die Baubranche unter anderem von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken profitiert. Allein in Deutschland habe sich die Anzahl der Baufertigstellungen von Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden seit 2010 fast verdoppelt. Doch langsam scheine sich auch hier die Stimmung etwas einzutrüben. Laut den Ergebnissen der jüngsten ifo-Konjunkturumfrage habe sich im Januar das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe verschlechtert und immer mehr Unternehmen würden pessimistisch auf die kommenden Monate blicken. Aufgrund der nach wie vor unsicheren Corona-Situation erwarten auch wir in den nächsten Monaten bei vielen Baukonzernen Belastungen bei Umsatz und Ergebnis, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK.

Aber es gebe auch einen Lichtblick. Um die Wirtschaft anzukurbeln, plane der neue US-Präsident Joe Biden ein gigantisches Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Bio. US-Dollar. Neben Direktzahlungen an die Bevölkerung sollten unter anderem auch große Investitionen in die Infrastruktur des Landes fließen. In den nächsten Wochen werde Biden die Pläne vorstellen. Da die Demokraten die Mehrheit im Kongress hätten, schätze Robin Freytag von der DZ BANK die Wahrscheinlichkeit für das Konjunkturpaket als sehr hoch ein. Dank den US-Töchtern Turner, Flatiron, E.E. Cruz und Clark Builders dürfte HOCHTIEF zu den Profiteuren des Hilfspakets gehören.

Derzeit werde die HOCHTIEF-Bonität von der bekannten Ratingagentur Standard & Poor's mit dem Langfrist-Rating BBB sowie einem stabilen Ausblick eingestuft. Unternehmen mit diesem Rating würden über eine angemessene Kapazität zur Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen verfügen, seien aber anfälliger für ungünstige wirtschaftliche Bedingungen.

Positiv bewerte die Ratingagentur die Größe des Unternehmens, das vielfältige Geschäftsportfolio und die führenden Marktpositionen in mehreren Ländern. HOCHTIEF sei hauptsächlich in entwickelten Märkten tätig, die zwar niedrigere Renditen als Schwellenländer bieten würden, aber einem geringeren Länderrisiko unterlägen und von einem stabileren und vorhersehbaren wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Umfeld profitieren würden. Druck auf das Rating könnte durch eine deutlich steigende Verschuldung entstehen, z.B. aufgrund unerwarteter größerer Akquisitionen oder höherer Aktionärsrenditen. Auch eine Schwächung der Liquidität würde das Rating belasten. Zudem sei die Abhängigkeit von HOCHTIEF von der Entwicklung der Weltwirtschaft ein Risiko.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die HOCHTIEF AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,85% p.a. und die Laufzeit betrage 6,9 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 29.01.2021 bis 15.02.2021. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der HOCHTIEF AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner HOCHTIEF AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,85% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner HOCHTIEF AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 29.01.2021) (01.02.2021/alc/a/a)
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