Bonitätsabhängige Schuldverschreibung 21/28 auf Südzucker: Süße Zahlen im 2. Quartal - Anleiheanalyse


04.10.21 09:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Südzucker-Aktie (ISIN DE0007297004 / WKN 729700) eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung 21/28 (ISIN DE000DD5AX82 / WKN DD5AX8) mit dem Basiswert Südzucker vor.

Nach vorläufigen Zahlen habe Südzucker im zweiten Quartal den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 10% auf 1,84 Mrd. Euro gesteigert. Deutlich größer sei das Plus beim operativen Konzernergebnis ausgefallen: Der weltgrößte Zuckerproduzent habe einen Zuwachs von ca. 25% auf etwa 85 Mio. Euro verbucht. Laut eigenen Angaben sei diese Verbesserung maßgeblich durch das Segment Zucker getragen worden. Dank der guten Entwicklung im zweiten Quartal liege das operative Konzernergebnis des ersten Halbjahres sogar leicht über dem Vorjahresniveau.

Trotz dem deutlichen Ergebnisanstieg halte die Konzernführung an ihrem Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fest. Insgesamt werde ein Umsatz von 7,0 bis 7,2 (Vorjahr: 6,7) Mrd. Euro erwartet. Für das operative Ergebnis werde ein deutlicher Anstieg innerhalb einer Bandbreite von 300 bis 400 (Vorjahr: 236) Mio. Euro prognostiziert. Nach wie vor warne das Unternehmen vor einer pandemiebedingt heterogenen Geschäftsentwicklung, die zu zahlreichen Verwerfungen führen könne.

Vor wenigen Tagen habe die diesjährige Zuckerrübenkampagne begonnen. In den nächsten vier Monaten würden die Zuckerrüben geerntet und direkt im Anschluss zur weiteren Verarbeitung in die Fabrik gebracht. Dieses Jahr würden die Bauern mit einer ertragreicheren Ernte als im vergangenen Jahr rechnen. Die Wirtschaftsvereinigung Zucker prognostiziere eine Rübenanlieferung von 27,56 Mio. Tonnen, was ein Plus von 1,84 Mio. Tonnen gegenüber 2020 wäre. Allerdings könnte der Zuckergehalt der Rüben aufgrund des sehr niederschlagsreichen Sommers niedriger als erhofft ausfallen. Keine gute Zuckerrohrernte zeichne sich dagegen in Brasilien ab. Aufgrund von Dürre und Frost sei mit dem schlechtesten Ergebnis seit Jahrzehnten zu rechnen. Sollte sich dies bewahrheiten, hätte dies Auswirkungen auf das globale Angebot und den internationalen Zuckerpreis.

Ein steigender Zuckerpreis würde sich nach Meinung der Analysten positiv auf das Ergebnis von Südzucker auswirken. Historisch betrachtet sei der Preis derzeit relativ niedrig, weshalb die Analysten mittel- bis langfristig durchaus mit höheren Notierungen rechnen würden. Ob allerdings jemals wieder die alten Höchststände erreicht würden, würden sie bezweifeln. Aufgrund des Trends zu zuckerarmer Ernährung würden die Analysen eine rückläufige Nachfrage erwarten - zumindest aus dem Lebensmittelbereich. Des Weiteren bestünden trotz der momentanen Normalisierung weiterhin wirtschaftliche und finanzielle Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Derzeit werde die Bonität von Südzucker von den beiden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings Baa3 und BBB- sowie einem negativen Ausblick eingestuft. Anlagen mit diesen Ratings würden als durchschnittlich gute Anlage gelten. Bei einer Verschlechterung der Gesamtwirtschaft könnten jedoch Probleme auftreten.

Das Rating von Südzucker werde durch die Größe des Unternehmens und seine führende Position in der Rübenzuckerproduktion in Europa, die Diversifizierung in fünf Geschäftsbereiche mit einem zunehmenden Beitrag der Nicht-Zucker-Aktivitäten zur Cash-Generierung und die weiterhin gute Liquidität gestützt. Des Weiteren erwarte z.B. Moody's, dass ein positiver freier Cashflow in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 zum Schuldenabbau verwendet werden könne, um die Bilanz des Unternehmens zu stärken. Nichtsdestotrotz müsse das Unternehmen daran arbeiten, die Rentabilität des Zuckersegments zu verbessern, um die künftige Volatilität der Zuckerpreise abzufedern. Gelinge dies nicht, könnte dies zu einem Abwärtsdruck auf das Rating führen. Da Südzucker ein Investment-Grade-Rating als wichtiges Ziel betrachte, sei das Management allerdings bemüht, diese Einstufung auch in Zukunft beizubehalten.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Südzucker AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,90% p.a. und die Laufzeit betrage 7,2 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 30.09.2021 bis 15.10.2021. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Südzucker AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Südzucker AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,90% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Südzucker AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Ausgabe vom 01.10.2021) (04.10.2021/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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