Bondmärkte im Euroraum: Wenig Handelsaktivität


10.10.17 08:51
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Aufgrund des Feiertages in den USA gab es gestern wenig Handelsaktivität an den Bondmärkten im Euroraum, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Kurse der spanischen Staatsanleihen hätten sich erholen können, da es gestern immerhin so ausgesehen habe, als ob es doch zu Gesprächen zwischen der katalonischen Regionalregierung und der Regierung in Madrid kommen könne. Diese Hoffnungen seien trotz des Drucks der Straße, endlich miteinander zu reden, inzwischen geschwunden. Schließlich habe die katalonische Regierung ihre Hilfe dabei angeboten, den spanischen Regierungschef mit seiner Minderheitsregierung aus dem Amt zu wählen. Deeskalation sehe anders aus.

Entsprechend würden sich die Einschätzungen mehren, die von einer Abstimmung über die Unabhängigkeit am heutigen Tag im katalonischen Parlament ausgehen würden. Dass die Unabhängigkeit nicht anerkannt werde und sicher zu der Abwanderung weiterer Unternehmen aus der Region führen werde, was erhebliche Einbußen bei der Wirtschaftsleistung der Region zur Folge haben werde, interessiere die Regionalregierung nicht. Sollte es tatsächlich zur Deklaration der Unabhängigkeit kommen, werde das die Kurse spanischer Staatsanleihen wieder unter Druck setzen. Tendenziell sollten dann Bunds wieder gesucht sein.

Aus Deutschland habe es gestern mit der Veröffentlichung der Daten zur Industrieproduktion erfreuliche Nachrichten gegeben. Schließlich habe die Industrieproduktion im August deutlich angezogen, wie schon tags zuvor die Auftragseingänge. Dementsprechend könnten die Außenhandelsdaten, die zu Handelsbeginn veröffentlich würden, ebenfalls für eine positive Überraschung gut sein. Im weiteren Tagesverlauf seien die Industrieproduktionsdaten aus Frankreich zu beachten. Es wäre erfreulich, wenn die positive Entwicklung der vergangenen Monate ihre Fortsetzung finden würden.

Die Notenbanker würden keine neuen Informationen parat haben. Das habe gestern bereits für die Aussagen der EZB-Vertreter gegolten. Sofern diese sich zur Geldpolitik geäußert hätten, sei die Botschaft unmissverständlich ausgefallen: Die Reduzierung des monatlichen Anleiheankaufvolumens ab 2018 werde kommen. Konkreter würden die Notenbanker erst am 26. Oktober werden. Hinsichtlich Geldpolitik sollte man von den beiden FED-Vertretern, die sich im Laufe des Tages/ der Nacht äußern würden, gleichfalls keine neuen Informationen erwarten. Der Dezemberzinsschritt bleibe wahrscheinlich.

Immerhin bewege sich politisch im Euroraum etwas. Nach rund sieben Monaten Verhandlungen stehe das niederländische Regierungsbündnis aus vier Parteien, also genau der Zahl an Parteien, die auch in Deutschland ab Mitte kommender Woche in die Jamaika-Verhandlungen eintreten werde. Vielleicht gehe es mit der Vereinbarung einer Koalition ja schneller als gedacht.

Mit den Vorgaben aus dem asiatischen Handel dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit leichten Verlusten in den Handel starten. Die Probleme in Spanien sollten jedoch dazu beitragen, dass sich Verluste in Grenzen halten würden. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,75 und 162,00 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,29 und 2,41% schwanken. (10.10.2017/alc/a/a)





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