Das Börsenjahr 2018: Ein Buch mit sieben Siegeln!


12.01.18 13:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Das abgelaufene Börsenjahr war in der Rückbetrachtung vieler Investoren ein Selbstläufer und so etwas wie ein "Geschenk des Himmels", so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.

Doch nicht alle Anleger würden diese Meinung teilen, zumal deutsche Sparer nach jüngsten Hochrechnungen 38 Mrd. Euro an privatem Vermögen im vergangenen Jahr - aufgrund der EZB-Geldpolitik mit Negativzinsen - verloren hätten. Die in diesem Zusammenhang gehegte Hoffnung, dass 2018 kein weiteres Abschmelzen der Vermögenswerte zu beklagen, sondern sogar ein Wertzuwachs zu vermelden sein werde, lasse spannungsgeladen ins neue Jahr starten. Jedoch seien die Unwägbarkeiten so zahlreich, dass es schon mit einem Blick in die Glaskugel zu vergleichen sei, möchte man eine seriöse Prognose abgeben.

Die Bewertung der einzelnen Faktoren sollte nicht das eigentliche Problem darstellen. Denn hierbei könne man sehr wohl die positiven und negativen Folgen analysieren. Aber was man nicht vorherbestimmen könne, sei die zeitliche Komponente. Damit sei gemeint, welche Themen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Fokus der Anleger stünden. Denn die Börse sei nicht wie ein Einwohnermeldeamt organisiert - und dementsprechend würden die Themen nicht nacheinander abgearbeitet, sondern müssten gleichzeitig an den Finanzmärkten analysiert werden.

Meine Aufzählung der "Fallstricke" für 2018 erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und auch die Reihenfolge stelle keine Wertung dar. So stehe 2018 u. a. weiterhin ganz im Zeichen der unterschiedlichen Geldpolitik der Notenbanken der USA, der Eurozone und Japans. Einerseits werde in den USA auch in diesem Jahr eine Kombination aus Zinsanhebung und Bilanzabbau betrieben. Und andererseits werde die Bank of Japan (BoJ) an der bisherigen starren Haltung festhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen sei weiter auf der Suche nach dem Königsweg, um die Abhängigkeit von der Droge "billiges Geld" so nebenwirkungsfrei wie möglich zu gestalten. Fingerspitzengefühl sei hierbei Trumpf! In diesem Kontext würden auch die Entwicklung der Inflation in der Eurozone, beginnende Rangeleien um die Nachfolge von Mario Draghi und die Forderung von Jens Weidmann nach einem verbindlichen Termin für das Ende von QE eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Ergänzt werde dieser Themenkomplex um politische Unsicherheitsfaktoren wie die Weiterentwicklung der europäischen Idee, die Regierungsbildung in Deutschland, Wahlen in Italien und die US-Schuldenobergrenze sowie diverse wirtschaftliche Komponenten wie die "America First"-Sichtweise von D.T., dem Unberechenbaren, und dem Brexit. Die Unwägbarkeiten seien also vielschichtig, und die Analysten würden auch weiterhin auf die Unterstützung der Notenbanken und die guten Konjunkturdaten vertrauen. Dennoch sei anzumerken, dass insbesondere der wirtschaftliche Aufschwung nur geborgt worden sei und irgendwann die Rechnung dafür bezahlt werden müsse. Nur das "Wann" sei noch nicht bekannt.

Nanu, seien jetzt griechische Anleihen im zweijährigen Bereich sicherer als US-Anleihen mit gleicher Laufzeit? Betrachte man die Renditen dieser Titel, könnte man diesen Eindruck erhalten. So würden Zweijährige aus Athen mit 1,29% gegenüber gleichlang laufenden Bonds aus Washington rentieren, die eine Rendite von 1,97% aufweisen würden.

Diese Situation suggeriere die Mär von den risikolosen Anleihen aus Griechenland - und lasse manchen Anleger der Versuchung erliegen, sich dort zu engagieren. Seien sie doch das renditeträchtigste Engagement, das man unter Euro-Staatspapieren derzeit noch eingehen könne. Angesichts des Umstands, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone inzwischen vom Tisch scheine, möge das auch kein Wunder sein. Man sollte sich aber klarmachen, dass selbst die Europäische Zentralbank (EZB) trotz ihrer weiterhin expansiven Geldpolitik noch immer keine Bonds aus Athen ankaufe und die Bonität Griechenlands anhand anderer Staatsanleihen, die in gleicher Währung emittiert würden, gemessen werden müsse. Nehme man nämlich zweijährige Bundestitel zum Vergleich, die eine negative Rendite von minus (-) 0,63% aufweisen würden, ergebe sich ein großer Abstand zum griechischen Wert. Dieser Vergleich spiegle die tatsächliche Risikosituation besser wider als die Relation zu den US-Renditen.

Weil Athen alles daransetze, sich 2018 mit einem neuen Reform- und Sparpaket vom Tropf der Hilfskredite zu lösen, um wieder frei am Kapitalmarkt agieren zu können, würden sich Anleger offenbar auf das Spiel einlassen. Im langfristigen Bereich würden sich die wahren Verhältnisse besser widerspiegeln. So würden zehnjährige Anleihen aus Griechenland mit 3,64% gegenüber 2,54% vergleichbarer US-Bonds rentieren. Bundesanleihen würden hier eine Rendite von 0,54% aufweisen.

In der Diskrepanz zwischen den Renditen von US-Papieren und Bundestiteln komme hier eher das Auseinanderklaffen der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks zum Ausdruck. Nicht nur die Verzerrungen bei den Renditen griechischer Anleihen würden zu den Merkwürdigkeiten des derzeitigen Zinsmarktes gehören, sondern auch der viel zu große Abstand zwischen den Renditen deutscher und US-amerikanischer Anleihen sowie die extrem flache Zinsstrukturkurve in den USA.

Ein untrügliches Zeichen dafür, wie ernst es die Banken in London mit dem Abzug von Arbeitsplätzen meinen würden, sei die Tatsache, dass diese bereits jetzt versuchen würden, sich Wohnraum für ihre Mitarbeiter und auch Plätze an internationalen Schulen für deren Kinder zu sichern. Allein die Deutsche Bank wolle rund 4.000 Angestellte von der Themse an den Main umsiedeln.

Zwar stelle der Brexit-Unterhändler der EU, Michel Barnier, den Briten eine teilweise Anerkennung ihrer Finanzmarktregeln in Aussicht, weil einige Regeln mit EU-Recht vergleichbar seien. Einen Freifahrtschein für die britische Finanzbranche aber werde Barnier nicht ausstellen. Es sei die EU, die eigenständig die Regeln festlege, so Barniers Tenor.

Weil sie bei der EU immer wieder auf Granit beißen würden, würden die Briten offenbar einen Ausweg suchen, indem sie sich zunehmend auf eine Übergangsphase nach dem Brexit konzentrieren würden. Sie würden also auf Zeit spielen. So würden Finanzminister Philip Hammond und Brexit-Minister David Davis via "Frankfurter Allgemeine Zeitung" im Vorfeld ihres Berlin-Besuchs für eine zeitlich befristete Periode werben, in welcher der Zugang zu den Märkten der anderen EU-Partner in seiner jetzigen Form erhalten bleiben solle. Die Prioritäten der EU seien nicht unvereinbar mit den unseren, heiße es da. Und wenn man die Minister weiter sagen höre, nach dem Ausstieg der Briten aus der Zollunion eine wirtschaftliche Partnerschaft über sämtliche Branchen hinweg schaffen zu wollen, einschließlich eines Abkommens zur verstärkten Kooperation innerhalb des europäischen Bankensektors, dann frage man sich, warum man an der Themse den Brexit überhaupt noch wolle. Der Eiertanz der britischen Regierung um die Brexit-Verhandlungen gehe offenbar weiter.

Dennoch wappne sich die britische Premierministerin Theresa May für einen harten Brexit, also den Fall eines EU-Austritts ohne Einigung mit Brüssel, indem sie dafür einen neuen Posten im Kabinett schaffen wolle. Der Schritt gelte in London als ein Signal an Brüssel, dass Großbritannien den Brexit in jedem Fall vollziehen werde - auch wenn die Verhandlungen über ein Anschlussabkommen scheitern sollten. Jüngsten Umfragen zufolge würden zwei Drittel der Briten die EU in den Brexit-Verhandlungen in einer stärkeren Position als Großbritannien sehen. Nachdem die Briten im Verlauf der Verhandlungen immer deutlicher mit den Realitäten eines Brexits konfrontiert worden seien, habe vor Weihnachten erstmals das wachsende Lager der Remainer überwogen. Vor dem Brexit-Referendum im Juni 2016 habe bekanntlich die Fraktion der Befürworter immer wieder mit falschen Behauptungen (Fake News) für einen Austritt agitiert.

In diesem Jahr erwarte Europa einmal mehr eine wegweisende Wahl, die das Prädikat schicksalhaft haben könne. Es handle sich um den Urnengang in Italien am 4. März. Nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella wie vorgesehen zum Jahresende 2017 das Parlament aufgelöst habe, sei der Weg für Neuwahlen frei. Bis im Anschluss eine neue Regierung gebildet werden könne, dürfte es, wie derzeit in Deutschland, aufgrund eines zu erwartenden unklaren Wahlergebnisses Monate dauern, würden politische Beobachter rechnen. Derzeit liege die populistische Fünf-Sterne-Bewegung vorne, in deren Parteiprogramm sich Parallelen sowohl zur AfD als auch zur Linkspartei finden würden. Bemerkenswert sei hierbei, dass Luigi Di Maio nach einer Internet-Abstimmung zum Spitzenkandidat gekürt worden sei und vieles dabei an eine TV-Castingshow erinnert habe.

Die "Fünf Sterne" kämen Umfragen zufolge auch nur auf bis zu 29%, gefolgt von der sozialdemokratischen Regierungspartei PD mit 23%. Lachender Dritter könnte Forza Italia werden, für die der wegen Steuervergehen verurteilte Silvio Berlusconi die Trommel rühre. Zusammen mit den Rechts-Parteien Lega Nord und Fratelli d'Italia könnte Forza Italia noch die besten Aussichten auf eine Regierungsbildung haben. Werde also ausgerechnet der "Bunga-Bunga-Berlusconi", bisher dreimal Ministerpräsident, zum Königsmacher in Rom? Immerhin trage der 81-Jährige, der sich aufgrund seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung 2013 keine Hoffnungen auf eine vierte Amtszeit machen könne, eine große Mitschuld an der enormen Schuldenlast Italiens in Höhe von 135% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Aber um diese zu senken, müsste man in diesem Jahr endlich die Gunst der Stunde nutzen. Denn das italienische Wirtschaftswachstum habe sich auf 1,5% beschleunigt und die Zinsen seien auf historisch niedrigem Niveau. Außerdem sei die Bonität des Landes von Standard & Poor‘s 2017 auf Triple-B heraufgestuft worden. Hinzu komme, dass Rom seine durchschnittliche Refinanzierung am Bondmarkt auf fast sieben Jahre gestreckt habe. Vor diesem Hintergrund rechne der IWF damit, dass es dem Land gelingen könne, seine Schulden bis 2020 auf 126% des BIP zu drücken (Beachte: 60% gemäß Vertrag von Maastricht). Für Italien tue sich also ein Zeitfenster auf, ein gutes Stück weit aus dem Schlamassel der Schuldenmisere herauszukommen. Es sei nur zu hoffen, dass diese Chance nach der Wahl im März genutzt werde. Sonst würden weitere Jahre des Stillstands drohen.

Solle man die Ankündigung als Drohung oder Hoffnungsschimmer verstehen? D. T., der Unberechenbare, komme zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vom 23. bis 26. Januar, um seine "America First"-Agenda voranzutreiben und für "amerikanische Unternehmen, die amerikanische Industrie und die amerikanischen Arbeiter" zu werben. Natürlich sei das WEF schon immer ein Platz gewesen, wo Wirtschaftsvertreter und Politiker für ihre Ansichten und Interessen geworben hätten. Es stelle aber auch einen Ort des Meinungsaustausches dar, bei dem man gegenseitig für Verständnis werbe.

Ob dies ausgerechnet mit Trump gelingen möge, dürfe zumindest bezweifelt werden - erst recht, wenn seine Entourage ankündige, der US-Präsident wolle auf dem WEF vor allem "Business machen". Trump wolle in Davos erklären, was sein Leitspruch "America First" bedeute, habe Martin Naville, Chef der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer gesagt, nämlich nicht Protektionismus, sondern Freihandel - aber eben, wer hätte es gedacht, nach amerikanischen Regeln. So benutzt sei der Begriff Freihandel schlicht und einfach ein Fake Word. Vielleicht wolle Trump ja Chinas Präsident Xi Jinping entgegentreten, der sich 2017 beim WEF in Anbetracht des damaligen Wahlsiegs von Trump zu einem Verteidiger des Freihandels gemacht habe.

An dem WEF, für das sich in diesem Jahr ca. 3.000 Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angekündigt hätten, habe vor Trump bislang nur Bill Clinton als US-Präsident teilgenommen. Eigentlich habe Trump auf dem WEF auch nichts verloren. Denn das diesjährige Thema laute "Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt". Und das widerspreche ja Trumps politischem Credo einer isolationistischen Wirtschafts- und Außenpolitik. Konkret sollten nach dem Willen der Veranstalter "innovative Ideen" vorgelegt werden, um etwa den Freihandel beizubehalten und den Umweltschutz zu stärken. Unter einen entsprechenden Schulaufsatz von Donald Trump würde der Lehrer schreiben: Thema verfehlt.

Als Europas Hoffnung habe immerhin der französische Präsident Emanuel Macron seine Teilnahme in Davos angekündigt. Man dürfe gespannt sein, mit welcher Gegenposition er Trump Paroli bieten werde.

Gleich in den ersten beiden Wochen habe sich am Markt für Corporate Bonds Neuemission an Neuemission gereiht und somit könne der Jahresauftakt als durchaus gelungen bezeichnet werden. Investoren hätten demnach die Qual der Wahl gehabt und zwischen Emittenten wie BMW Finance, Anheuser-Busch InBev, Vonovia Finance, Orange und Daimler International Finance wählen können.

Der Münchener Automobilhersteller BMW habe sich über seine Tochter BMW Finance gleich mittels zweier Bonds refinanziert und so 2 Mrd. Euro am Bondmarkt eingesammelt. Die erste, 1,25 Mrd. Euro schwere Tranche (ISIN XS1747444245 / WKN A19UK1) habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,375%. Fällig werde das Papier am 10.07.2023 und sei zu einem Preis von 99,378% begeben worden (+12 bps über Mid Swap). Die restlichen 750 Mio. Euro habe BMW mittels der zweiten Tranche (ISIN XS1747444831 / WKN A19UK0) eingesammelt, die am 10.01.2028 fällig werde. Der Zins betrage 1,125% jährlich und der Emissionspreis habe bei 99,831% gelegen. Dies habe +25 bps über Mid Swap entsprochen. Beide Anleihen hätten eine Mindeststückelung von 1.000 Euro und dürften daher auch für Privatanleger interessant sein.

Die größte Brauereigruppe der Welt, Anheuser-Busch InBev, habe gleich drei neue Wertpapiere aufgelegt und so spielend 4,25 Mrd. Euro am Kapitalmarkt einsammeln können. Dabei sei der sechsjährige Bond (ISIN BE6301509012 / WKN A19UUP) ein 1,5 Mrd. Euro schwerer Floater, der am 15.04.2024 fällig werde. Der Zins richte sich nach dem vierteljährlichen Euribor +0,3 PP. Der Reoffer habe bei 100,183% gelegen. Die zweite, neunjährige Anleihe (ISIN BE6301510028 / WKN A19UUQ) zahle seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 22.01.2027 einen jährlichen Zins in Höhe von 1,15%. Emittiert worden sei der 2 Mrd. Euro schwere Bond zu 99,314%, was einem Emissionsspread von +43 bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Neben einer Make Whole Option sei das Papier am 22.10.2026 zu 100% kündbar.

Weitere 750 Mio. Euro habe Anheuser-Busch InBev über 17 Jahre mit einem Zinssatz von 2% finanziert. Die Rückzahlung des Bonds (ISIN BE6301511034 / WKN A19UUR) erfolge am 23.01.2035. Ausgegeben worden sei der Bond bei 98,33% (+75 bps über Mid Swap). Auch hier habe sich der Emittent neben der Make Whole Option zu einer Kündigungsoption am 23.07.2034 zu pari entschieden. Die Mindeststückelung von 100.000 Euro bei diesen drei und den folgenden Anleihen dürften allerdings eher institutionelle Investoren ansprechen.

Als Dritter im Bunde habe die Tochter des größten deutschen Wohnungsunternehmen Vonovia Finance einen sechs- und zehnjährigen Bond mit einem Emissionsvolumen von jeweils 500 Mio. Euro aufgelegt. Die börsennotierte Gruppe mit Sitz in Bochum zahle für die Aufnahme der ersten Tranche (ISIN DE000A19UR61 / WKN A19UR6) bis zur Fälligkeit am 15.01.2024 Zinsen in Höhe von 0,75% p.a. an die Gläubiger. Der Emissionspreis habe sich auf 99,33% belaufen, was +45 bps über Mid Swap entsprochen habe. Das zehnjährige Papier (ISIN DE000A19UR79 / WKN A19UR7) habe eine Laufzeit bis zum 14.01.2028 und sei mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,5% ausgestattet. Begeben worden sei der Bond zu 99,439%, was einen Emissionsspread von +70 bps über Mid Swap bedeutet habe. Vonovia Finance habe sich bei beiden Anleihen eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.

Der französische Telekommunikationsdienstleister Orange habe erfolgreich 1 Mrd. Euro über die bis zum 16.01.2030 laufende Anleihe (ISIN FR0013310224 / WKN A19UUF) am Kapitalmarkt eingesammelt. Für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt zahle das Unternehmen jährlich 1,375% Zinsen an die Gläubiger. Emittiert worden sei zu 99,572% (+37 bps über Mid Swap). Eine Make Whole Option sowie ein optionaler Kündigungstermin am 16.10.2029 zu 100% würden die Details zu diesem Wertpapier ergänzen.

Auch der große Automobilhersteller aus Baden-Württemberg habe sich in den ersten Wochen des neuen Jahres an den Kapitalmarkt gewagt. Die Daimler International Finance habe einen variabel verzinsten Bond (ISIN DE000A19UNN9 / WKN A19UNN) mit Fälligkeit am 11.01.2023 begeben. Der Zinssatz des Floaters entspreche dem 3 Monats- Euribor +0,25 PP. Der Emissionspreis der 750 Mio. Euro schweren Emission habe bei 100,401% gelegen.

Zu Jahresbeginn habe sich beim Euro-Bund-Future die im Dezember begonnene Konsolidierung und somit das Wechselspiel zwischen Aktien- und Rentenmärkten weiter fortgesetzt. Zusätzlich würden die Handelsteilnehmer aber auch befürchten, dass infolge der guten Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks es plötzlich zu einer Versteilerung der Zinskurven kommen könnte. Die aktuelle und nach heutigem Kenntnisstand zu erwartende Notenbankpolitik sei größtenteils eingepreist und somit wachse die Gefahr, dass wenige schlechte Meldungen eine hohe Volatilität erzeugen könnten, wie gestern die Meldungen zu Chinas Währungsreserven eindrucksvoll verdeutlicht hätten. Diese Erwartungshaltung habe sicherlich u.a. dazu geführt, das Renditeniveau abzusichern, um mit den entsprechenden Finanzmarktnachrichten Neupositionierungen vorzunehmen.

In solchen orientierungslosen Zeiten greife man gerne auf die Charttechnik zurück und hierbei sei zu erkennen, dass der bereits am 15. Dezember eingeläutete Abwärtstrend weiterhin intakt sei. Die Unterstützungslinien würden aktuell bei ca. 160,75% und 160,25% verlaufen. Nach oben sei eine Widerstandslinie bei ca. 161,80% auszumachen, die zugleich die obere Begrenzungslinie des Abwärtskanals darstelle.

Aktuell notiere das Rentenbarometer mit 161,41% knapp über der psychologischen Marke von 161% und somit vorerst im "Niemandsland", was renditemäßig bei der neuen zehnjährigen Bundesanleihe einer Range zwischen 0,50% und 0,65% entspreche.

Bereits in der ersten Arbeitswoche des noch jungen Jahres habe Irland mit einer neuen zehnjährigen Anleihe (ISIN IE00BDHDPR44 / WKN A19UMH) den Emissionsreigen für 2018 eröffnet. Das Nachfragevolumen von 14 Mrd. Euro bei einem Emissionsvolumen von 4 Mrd. Euro spreche hierbei Bände und habe den Nährboden für die Suche nach weiteren Staatsanleihen in der Eurozone gebildet.

So hätten am Dienstag die Niederlande eine im Januar 2024 endfällige Altemission (ISIN NL0012650469 / WKN A19QGZ) und die Alpenrepublik Österreich zwei Anleihen (ISIN AT0000A1VGK0 / WKN A19GCS/ 2027; ISIN AT0000A1K9F1 / WKN A18X6Q/ 2047) aufgestockt. Am gleichen Tag habe die Bundesrepublik Deutschland die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030575 / WKN 103057) um 500 Mio. Euro auf 7 Mrd. Euro erhöht. Die Zuteilung sei bei einer realen Durchschnittsrendite von minus (-) 0,45% erfolgt.

Auch zur Wochenmitte habe sich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland aktiv gezeigt und eine neue zehnjährige Benchmarkanleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) aufgelegt. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Bundesanleihe (Nachfrage nominal 4,561 Mrd. Euro) sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,54% erfolgt. Das Emissionsvolumen belaufe sich auf 5 Mrd. Euro, wovon ca. 975 Mio. Euro in den Regulierungsbestand umgebucht worden seien. Den Schlusspunkt setze am heutigen Donnerstag Italien mit der Begebung diverser Anleihen.

In den USA, das nach heutigem Stand über einen bis zum 19. Januar des Jahres gesicherten Haushalt verfüge, seien neben den Geldmarkttiteln mit den üblichen Laufzeiten (vier Wochen, drei und sechs Monaten) für insgesamt 140 Mrd. USD auch noch T-Notes mit Fälligkeiten in 2021 und 2027 für weitere 44 Mrd. USD sowie 12 Mrd. USD als T-Bonds (2047) aufgelegt worden.

Der Start in das Jahr 2018 sei für die europäische Gemeinschaftswährung wesentlich erfreulicher als der Beginn des vergangenen Jahres verlaufen. Damals sei der Euro direkt zum Handelsauftakt am 03. Januar 2017 auf ein Jahrestief bei 1,0341 USD gefallen. In den ersten Handelstagen in 2018 habe sich die Einheitswährung hingegen sofort daran gemacht, die Bestmarkte aus 2017 (1,2092 USD) zu verbessern. Sie sei nur marginal an diesem Ziel gescheitert und habe bei 1,2089 USD kapitulieren müssen. Im weiteren Handelsverlauf habe der Euro dieses Niveau allerdings nicht halten können und sei sogar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 USD gefallen. Zeitweise habe das Währungspaar EUR/USD bei 1,1916 USD notiert. Börsianern zufolge hätten Investoren ihre spekulativen Euro-Long-Positionen aufgelöst und die gemeinsame Währung dadurch etwas unter Druck gebracht.

Am gestrigen Mittwoch hätten allerdings Nachrichten aus China für Bewegung am Devisenmarkt gesorgt. So überprüfe China anscheinend die Verwendung seiner Währungsreserven und im Zuge dieser Überlegungen sollten Offizielle empfohlen haben, Käufe in US-Staatsanleihen zu reduzieren bzw. sogar ganz einzustellen. In der Folge sei der Euro bis auf 1,2018 USD gestiegen, handle heute Morgen aber wieder bei 1,1940 USD, nachdem sich die Meldung inzwischen als Fake News entpuppt habe.

Einen guten Auftakt ins neue Jahr habe auch die kanadische Währung vorweisen können. Nachdem vergangene Woche die Arbeitsmarktdaten erneut positiv überrascht hätten und auf den niedrigsten Stand seit 1974 gefallen seien, seien Spekulationen um eine baldige Zinserhöhung die logische Konsequenz gewesen. Denn am 17. Januar stehe die nächste Notenbanksitzung der Bank of Canada an und zuletzt sei der Leitzins im September auf derzeit 1,00% angehoben worden. Von dieser Fantasie habe der Kanadische Dollar deutlich profitieren können und so der Euro zwischenzeitlich bis auf 1,48185 CAD verloren, den niedrigsten Wert seit Mitte November 2017.

In den bisher wenigen Handelstagen seien von Privatanlegern Währungsanleihen auf US-Dollar, Russische Rubel, Südafrikanische Rand sowie auch Mexikanische Peso und Brasilianische Real bevorzugt worden.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (12.01.2018/alc/a/a)





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