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BoJ-Zinsentscheidung: Handeln der japanischen Notenbank äußerst unwahrscheinlich


02.03.18 14:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der japanische Notenbankgouverneur Kuroda lieferte am Freitag einen Paukenschlag ab: Er kündigte vor dem Parlament an, ab dem Fiskaljahr 2019, also ab April, darüber nachzudenken, wie man aus dem massiven geldpolitischen Stimulus herauskommt, so die Analysten der Nord LB.

Voraussetzung sei freilich das Erreichen der Zielinflation. Diese Ankündigung sei zwar noch hinreichend wage, allerdings gebe damit auch zum ersten Mal ein Notenbank-Offizieller zu, dass überhaupt die Möglichkeit bestehe, über eine geldpolitische Normalisierung nachzudenken. Entsprechend heftig sei die Reaktion an den Märkten gewesen: Der Yen habe um 0,5% zum US-Dollar aufgewertet. Die ebenfalls am Freitag publizierten äußerst positiven Arbeitsmarktdaten - die Arbeitslosenquote sei überraschend von 2,8% auf 2,4% gesunken - würden dies zusammen mit der höheren Preisdynamik in Tokio durchaus unterstützen.

Allerdings könne bis dahin noch einiges passieren: Einen Vorgeschmack habe Donald Trump geliefert, der Strafzölle auf Aluminium und Stahl einführen möchte, was die asiatischen Märkte zusätzlich belastet habe und auch zur Yen-Aufwertung beigetragen habe. Ein starker Yen ziehe die Inflation nach unten wie ein Mühlstein. Selbst ohne die aktuellen Marktbewegungen würden die Analysten ein Handeln der japanischen Notenbank für äußerst unwahrscheinlich halten. Sein Überraschungspulver habe Kuroda vor dem Parlament verschossen, möglicherweise werde er versuchen die Wogen am kommenden Freitag wieder etwas zu glätten. (02.03.2018/alc/a/a)