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BoE und BoJ halten das FX-Segment in Bewegung


20.07.21 10:57
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Unerwartet "hawkishe" Töne aus der Bank of England haben dem Pfund in der vergangenen Woche helfen können, so die Analysten der Nord LB.

Das MPC-Mitglied Michael Saunders habe jüngst auf die aktuellen Entwicklungen bei der Inflationsrate hingewiesen und zudem die Lage am britischen Arbeitsmarkt positiv kommentiert; angesichts dieses makroökonomischen Umfeldes könnte es seiner Auffassung nach möglich werden, dass die Notenbank in London ihre QE-Maßnahmen zeitnäher beenden werde. Er habe in diesem Kontext betont, dass das veranschlagte Gesamtvolumen für Wertpapierkäufe von der Bank of England nicht unbedingt voll ausgeschöpft werden müsse. Die Analysten hätten jüngst thematisiert, dass die Notenbank in London wahrscheinlich Anpassungen an ihrem QE-Programm verkünden wollen könnte und dabei wohl versuchen würde, die Maßnahmen so auszurichten, dass keine Erhöhung des vorgegebenen Gesamtvolumens nötig werde.

Die nun zur Diskussion gestellte Option einer baldigen Beendigung der Käufe ohne vollständige Ausschöpfung des Limits sei allerdings schon eine Überraschung. Diese Lösung wäre ohne jeden Zweifel hilfreich für das Pfund. Allerdings sei es momentan keinesfalls sicher, dass sich im MPC Mehrheiten für ein entsprechendes Vorgehen finden lassen würden - eher im Gegenteil; so habe BoE-Governor Andrew Baily jüngst betont, dass die aktuellen Inflationsdaten kein Grund für ein dann möglicherweise übereiltes Handeln der Notenbank in London sein sollten. Zudem bleibe die Coronavirus-Krise im Fokus und könne auch weiterhin größere Auswirkungen auf den Wert des Pfundes haben. Aktuell müsse relativ zum US-Dollar nach unten hin die 200- und nach oben hin die 55-Tage-Linie im Auge behalten werden. Zinspolitisch habe die Notenbanksitzung in Japan am vergangenen Freitag keine Überraschungen für den Devisenmarkt gebracht.

Die Bank of Japan spiele auch weiterhin auf Zeit. Zudem habe es wieder die eine erwartete Stimme für sinkende Leitzinsen in Tokio gegeben. Goushi Kataoka bleibe aber natürlich ein einsamer Rufer nach weiteren geldpolitischen Maßnahmen zur Stimulierung der japanischen Wirtschaft. Sein Votum könne den Yen also nicht mehr belasten; der Markt habe sich an diese Gegenstimme inzwischen gewöhnt. Dagegen sei das größere Interesse der Bank of Japan an Greenbonds schon von etwas Bedeutung für das FX-Segment gewesen. Die Notenbank habe zu Protokoll gegeben, man wolle im Rahmen der neuen Klimastrategie zukünftig verstärkt grüne Fremdwährungsanleihen ausländischer Staaten und Institutionen erwerben. Die psychologisch wichtige Marke von 110,00 JPY pro USD bleibe weiterhin im Fokus, was aber wohl vor allem das Resultat einer allgemeinen Stärke der US-Währung sein dürfte. (Ausgabe vom 19.07.2021) (20.07.2021/alc/a/a)