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BoE hebt Zinsen an, nur begrenzte Auswirkungen auf die Realwirtschaft erwartet


02.11.17 17:15
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Das Monetary Policy Committee der Bank of England hat heute den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 0,5 Prozent angehoben - ein vorsichtiger Schritt, der sich leicht als einmalige Anpassung herausstellen könnte, so Anthony Doyle, Investment Director im Anleiheteam von M&G Investments.

Die aktuelle politische Unsicherheit mitten in den schleppenden Brexit-Verhandlungen lasse Zinssteigerungen kaum als gerechtfertigt erscheinen.

Die Experten würden verstärkte Anzeichen für eine sinkende Investitionsneigung, ein sich abkühlendes Konsumklima und eine schwache Konjunktur erwarten - falls nicht ein substantieller Deal oder zumindest eine Übergangslösung für die Handelbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU gefunden würden. Doch die Bank of England sei offensichtlich anderer Ansicht und sorge sich um mangelnde Kapazitäten in der Wirtschaft, die zu höheren Löhnen und zu einer Inflation über dem Zielkorridor führen könnten.

Doch es gebe auch eine gute Nachricht: Die heutige Zinserhöhung werde nur begrenzte Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben. Die Geldpolitik bleibe sehr locker, die realen Zinsen seien negativ, und die Notenbank verfüge weiterhin über eine große Bilanzsumme. Durch die Anhebung der Zinsen habe das Monetary Policy Committee einen Warnschuss in Richtung der Verbraucher abgegeben. Denn diese hätten auf das geringe Lohnwachstum und die hohe Inflation reagiert, indem sie weniger gespart und dafür mehr Kredit aufgenommen hätten.

Der Markt werde seine Aufmerksamkeit nun wahrscheinlich wieder auf die Brexit-Verhandlungen im Vorfeld des EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs im Dezember verlagern. Das Britische Pfund dürfte die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen am stärksten spüren. Ob die Bank of England gezwungen sein werde, ihre derzeitige Prognose zu überprüfen, "dass private Haushalte und Unternehmen ihre Entscheidungen auf der Erwartung einer reibungslosen Anpassung" an die Handelsvereinbarungen mit der EU nach dem Gipfel gründen würden, bleibe abzuwarten. (02.11.2017/alc/a/a)