BoE belässt Leitzinsen und Kaufprogramm für Vermögenswerte erwartungsgemäß unverändert


16.06.17 10:15
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Wie von den Marktteilnehmern erwartet, beließ die Bank of England (BoE) sowohl Leitzinsen als auch ihr Kaufprogramm für Vermögenswerte unverändert, so Alan Wilson, Senior Investment Manager - Active Fixed Income bei State Street Global Advisors.

Die BoE vollziehe nach wie vor einen geldpolitischen Drahtseilakt, bei dem sie einen vorübergehenden Inflationsdruck gegen Prognosen ausbalancieren müsse, die besagen würden, dass die durch den Brexit ausgelösten Unsicherheiten letztlich die Konjunktur im Vereinigten Königreich bremsen würden. Gestern habe die Abstimmung des Komitees im Fokus gestanden sowie die Frage, ob die jüngsten Hinweise auf eine aggressivere Haltung zu mehr abweichenden Stimmen führen würden - die Antwort sei mit den überraschenden abweichenden Stimmen von Michael Saunders und Ian McCafferty gekommen. Dies zeige, dass sich die aggressivere Haltung im Monetary Policy Committee (MPC) ausweite. Da Kristin Forbes in Kürze das MPC verlasse, verlagere sich der Fokus jetzt auf die anderen Mitglieder des Komitees und deren geldpolitische Entscheidungen in den kommenden Monaten.

Das MPC werde voraussichtlich weiter starke Signale aussenden, die auf eine geldpolitische Straffung hindeuten würden, um so die Marktteilnehmer zu ermutigen, die Inflationserwartungen zu drosseln, und damit quasi die Arbeit der BoE zu erledigen. Diese Hinweise seien von den Marktteilnehmern jedoch vollständig ignoriert worden, denn gegenwärtig werde am Markt so gut wie keine Zinserhöhung in den nächsten zwölf Monaten eingepreist. Deshalb habe sich die aggressivere geldpolitische Ausrichtung im Komitee ausgeweitet; angesichts der prekären Aussichten für die Konjunktur im Vereinigten Königreich könne das MPC nicht zulassen, dass sich die Inflation verfestige. (Ausgabe vom 15.06.2017) (16.06.2017/alc/a/a)