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BoE-Zinsentscheidung wohl ohne Überraschungen


07.11.19 09:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Während die politische Situation in Großbritannien im Kontext des weiterhin schwelenden EU-Austrittprozesses unverändert turbulent bleibt, übt sich die britische Notenbank bereits seit September 2018 in Zurückhaltung, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Daran dürfte sich auch nach der heutigen Zinsentscheidung nichts ändern. Obwohl die Wirtschaftsdaten aus Großbritannien zuletzt eher auf eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik im 4. Quartal hingewiesen hätten und die Inflationsrate im September erneut unterhalb des zentralen Inflationsziels der Bank of England (BoE) gelegen habe, hätten die britischen Währungshüter bis zuletzt keine Notwendigkeit für geldpolitische Lockerungen gesehen.

Gleichzeitig sei aber - trotz des unverändert "hawkishen" Grundtons der BoE vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten bezüglich des Zeitpunkts und der Form eines EU-Austritts - aktuell auch nicht mit Zinserhöhungen zu rechnen. Selbst im Falle eines - von ihnen weiterhin als Basisszenario angenommenen - geregelten EU-Austritts bis zum 31. Januar 2020 würden die Analysten zudem keine substantielle wirtschaftliche Belebung in Großbritannien erwarten und daher mit einem unveränderten Leitzinsniveau von 0,75% bis mindestens zum Jahresende 2021 rechnen.

Auch im Marktkonsens werde mit einer unspektakulären Zinsentscheidung gerechnet, sodass für größere Bewegungen an den Devisenmärkten nur eine Anpassung der Kommunikation der BoE sorgen dürfte. Würden die Notenbanker hier von ihrem bisherigen Tenor mittelfristiger Zinserhöhungen abrücken, könnte dies den Euro zum Pfund wieder deutlich über der Marke von 0,86 GBP stabilisieren. (07.11.2019/alc/a/a)