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Bessere Inflationsprognosen per KI


07.07.21 10:30
Quant.Capital Management

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Handel und Märkte sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich komplexer geworden, doch die Prognose der Inflationsraten konnte nicht mithalten, so die Experten von Quant.Capital Management.

"Noch immer werden eher statische Modelle genutzt, die das Wirtschaftsgeschehen immer weniger abbilden", sage Dr. Dieter Falke, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH. "Künstliche Intelligenz bietet jetzt zum ersten Mal die Möglichkeit, Inflationsrisiken genauer und aktueller zu prognostizieren."

Denn nicht nur die Wirtschaft sei komplexer geworden. "Zugenommen haben auch die Zahl der verfügbaren Daten und die Rechnerkapazitäten", so Falke. Das jüngste Inflationsprognosemodell von Quant.Capital Management beziehe sowohl Fundamental- als auch Preisdaten in die Modellierung ein und nutze dabei neben langfristigen auch tagesaktuelle Daten. Viele davon seien in den 1970er Jahren noch gar nicht verfügbar gewesen, weshalb manche Modelle sie noch vollständig außer Acht lassen würden.

"Künstliche Intelligenz ermöglicht einen selbstlernenden Prozess, der die Formel zur Berechnung der Inflationsraten immer wieder neu schreibt", sage Falke. In einer Dauerschleife werde die Formel für den optimalen Warenkorb immer weiter angepasst. So nutze die KI die tatsächlich gemeldete Inflationsrate immer wieder, um den eigenen Rechenweg anzupassen und zu verfeinern - und dadurch immer exaktere Inflationsprognosen zu erhalten.

Für die Risikoeinschätzung an den Märkten und für Portfolios sei die Inflation eine immens wichtige Kennzahl. "Je genauer sie prognostiziert werden kann und je besser auch die Dynamik der Entwicklung daraus hervorgeht, desto bessere Entscheidungen können Asset-Manager und Anleger treffen", sage Falke.

Gerade die Dynamik der Entwicklung, die Geschwindigkeit, mit der sich Preise verändern würden, sei ein entscheidendes Kriterium. "Natürlich ist es gut zu prognostizieren, ob die Inflationsrate steigt oder fällt und wie stark", so Falke. "In einer auf immer schnellere Reaktionen ausgelegten Marktumgebung aber ist es wichtig zu sehen, wie schnell diese Entwicklungen vonstattengehen." Diese Dynamik lasse sich anhand der vorhandenen Daten sehen - einfache Inflationsmodelle aber hätten diese Bewegung bislang nicht berechnen können.

"Das Basismodell zur Inflationsprognose, das wir verwenden, ähnelt dem der FED", sage Falke. "Mit dem Unterschied, dass wir tagesaktuelle Entwicklungen einbeziehen und so zu aktuelleren Ergebnissen kommen." So ändere sich die KI-berechnete Inflationsprognose regelmäßig, manchmal täglich und gebe so auch kurzfristig Signale, anhand derer reagiert werden könne. "Für das Risikomanagement ist das ein echter Gewinn", so Falke. (07.07.2021/alc/a/a)