Belebt die US-Kerninflation die Zinserwartungen?


11.01.19 11:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-amerikanischen Preisdaten (CPI, PPI und IPI) werden wie die Arbeitsmarktdaten vom Bureau of Labor Statistics erhoben, so die Analysten der Helaba.

Dieses sei nicht von der Haushaltsperre betroffen und so stehe heute mit den Verbraucherpreisen eine wichtige Veröffentlichung im Kalender. Erzeuger- und Importpreise würden in der kommenden Woche folgen. Ein dominierender Faktor bei den Dezemberwerten werde die Entwicklung der Ölnotierungen sein. Über Benzin- und Heizölpreise würden sich die geringeren Energiekosten auf die Verbraucher auswirken. Seit Mitte Oktober seien die Benzinpreise deutlich rückläufig und wegen des hohen Gewichts von Energie im Verbraucherpreisindex (8%) werde die Gesamtteuerung gedrückt.

Die US-Notenbank beziehe sich aber auf die Kerninflation (in Form des PCE-Kerndeflators) und so dürfte der Fokus der Akteure auf die Abgrenzung ohne Energie und Nahrungsmittel (rund 80% des CPI) gerichtet sein, denn dieser liefere Hinweise auf den PCE-Deflator. Erwartet werde ein bei +2,2% VJ liegender, unveränderter Wert. Angesichts der soliden Arbeitsmarktlage und einer allmählichen Beschleunigung der Lohnentwicklung spreche dies nicht für das Aufkommen von Zinssenkungserwartungen. Dennoch würden die Geldmarkt-Futures ungeachtet der jüngsten Erholung tendenziell Zinssenkungen einpreisen. Ob es allerdings für eine nachhaltige Forcierung der Zinserwartungen reichen werde, sei offen. Dazu müsste es wohl eine ganze Serie positiv überraschender Konjunkturdaten nicht nur in den USA geben.

Weitere europäische Industrieproduktionszahlen würden das Marktgeschehen kaum beeinflussen, nachdem Deutschland und Frankreich bereits deutliche Schwächen gezeigt hätten. Auch in Großbritannien sei die Dynamik verhalten, worauf das monatliche BIP hinweisen dürfte. (11.01.2019/alc/a/a)