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Bankanleihen: Spreads engen sich ein, Risiken bleiben


03.11.20 11:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bankensektor profitierte zum Wochenstart von dem Rückgang der Risikoaversion, so die Analysten der Helaba.

Die Risikoaufschläge erstrangiger Titel hätten sich eingeengt und der ITRAXX Senior Financials sei unterhalb der Marke von 82 gesunken. Zum Wochenstart sei der Fokus unter anderem auf die Zahlen der Erste Group Bank gerichtet gewesen. Die Risikokosten hätten die Ergebnisentwicklung der österreichischen Bank beherrscht. So seien seit Jahresanfang 870,1 Mio. EUR an Risikokosten zurückgelegt worden. Der Gewinn sei aufgrund der hohen Risikovorsorge auf 637,1 Mio. EUR und damit auf knapp die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen.

Für das kommende Jahr rechne die Erste Group wieder mit leicht rückläufigen Risikokosten. Das Kreditvolumen (Kundenkredite) sei während der Coronakrise aufgrund von Moratorien und Staatsgarantien um 2,6% auf 164,5 Mrd. EUR gestiegen. Die Kosten-Ertrags-Quote habe sich laut Geschäftsbereich leicht verbessert und Ende Q3 bei 59,1% nach 58,6 % gg. VJ gelegen. Die harte Kernkapitalquote sei mit 14,1% stabil geblieben. Heute lege die BNP Paribas S.A. ihre Zahlen für das dritte Quartal vor.

Die Einengung der Spreads im ITRAXX Senior Financials dürfte nur von kurzer Natur sein, denn an den Rahmenbedingungen habe sich nichts verändert. So bleibe durch den bestehenden Lockdown und die Unwissenheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie das Risiko für Kreditausfälle erhöht. Der Aufwärtstrend von Mitte Oktober sei intakt. Eine Ausweitung der Spreads sollte nicht ausgeschlossen werden. (03.11.2020/alc/a/a)