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Bankanleihen: Gerüstet für schwierige Zeiten


06.11.20 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Volatilität im Bankensektor ist hoch, so Ulrich Wortberg von der Helaba.

Nachdem der ITRAXX Senior Financials im Umfeld der US-Wahl zunächst gestiegen sei, sei es anschließend zu deutlich rückläufigen Notierungen gekommen. Allerdings steige der Spread zwischen dem Euro-Swapsatz und der 10-jährigen Bundrendite im Trend weiter an, was auf eine erhöhte Risikoeinschätzung bei Banken hinweisen könnte. Das Umfeld bleibe aufgrund der Corona-Pandemie schwierig. Die auf neue Rekordhochs steigenden Neuinfektionszahlen würden länger anhaltende Einschränkungen des öffentlichen Lebens befürchten lassen. Die Gefahr von Kreditausfällen steige und es vergehe kaum ein Tag, an dem Vertreter der Europäischen Zentralbank nicht davor warnen würden. Dennoch halte die Commerzbank an ihrer Planung von 1,3 bis 1,5 Mrd. EUR Kreditrisikokosten für das Gesamtjahr 2020 fest, was wohl damit zu erklären sei, dass dieser Kostenblock im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal erfreulich rückläufig gewesen sei.

Die Bankbranche befinde sich in einer guten Ausgangslage, um eine zu erwartende Abschwächung der konjunkturellen Dynamik und steigende Kreditausfälle zu bewältigen. Das hätten die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Q3-Zahlen gezeigt. Dennoch sei das Emissionsgeschäft von Bankanleihen mau, wenngleich es am Sekundärmarkt Interesse an Assets mit einer höheren Verzinsung und längeren Laufzeiten gebe. (06.11.2020/alc/a/a)