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Bankanleihen: Für Entwarnung zu früh


05.02.21 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der ITRAXX Senior Financial notierte gestern den zweiten Tag in Folge unterhalb der 55-Tagelinie, so die Analysten der Helaba.

Bemerkenswert sei zudem, dass die laufende, große Konsolidierung in Kürze abgeschlossen werden könnte. In der Regel sei dies nach 21-29 Tagen der Fall. Heute sei Tag 22. Weiterhin ziehe auch die Berichtssaison die Aufmerksamkeit auf sich. Die Deutsche Bank habe erstmals seit sechs Jahren wieder einen Gewinn verbuchen können. Dieser habe nach Abzug von Zinszahlungen für Nachranganleihen 113 Mio. EUR betragen. Im Jahr 2019 habe das Geldhaus einen Verlust in Höhe von 5,7 Mrd. EUR, insbesondere wegen der Kosten für den Konzernumbau, ausgewiesen. Besonders gut sei das Investmentbanking gelaufen. Die Risikovorsorge für faule Kredite sei deutlich auf 1,8 Mrd. EUR angehoben worden.

Auch die Danske Bank habe Jahreszahlen präsentiert. Die Gesamterträge hätten sich auf 42,4 Mrd. DKK (Dänische Krone) belaufen. Der Nettogewinn habe bei 4,6 Mrd. vs. 15,1 Mrd. DKK im Vorjahr gelegen. Das Zahlenwerk und der Ausblick seien vom Markt positiv beurteilt worden. Die Verfassung des deutschen Bankenmarktes werde in einer Studie des Forschungsinstituts CFS beleuchtet. Demnach würden 92% der deutschen Bankenführungskräfte in diesem Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen rechnen. 85% würden davon ausgehen, dass die Profitabilität der Geldhäuser weiter leiden werde. Auf dem Primärmarkt sei die spanische Banco Santander mit einem 7- jährigen Benchmark-Papier (SNR unsec., 1,25 Mrd. EUR, MS +52) aktiv gewesen. Die Bücher seien mehrfach überzeichnet gewesen.

Während sich die Primärmarkt-Emissionen großer Beliebtheit erfreuen würden, würden die Zukunftsperspektiven des deutschen Bankenmarktes skeptischer beurteilt. Insbesondere die Erwartung, dass sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie erst im Laufe des Jahres zeigen würden, trage dazu bei. (05.02.2021/alc/a/a)