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Bank of England vollzieht einen geldpolitischen Drahtseilakt


04.08.17 09:00
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England (BoE) vollzieht weiterhin einen geldpolitischen Drahtseilakt, bei dem sie den temporären Inflationsdruck gegen die Sorgen abwägen muss, dass die durch den Brexit ausgelösten Unsicherheiten die Konjunktur im Vereinigten Königreich bremsen werden, so Alan Wilson, Senior Investment Manager - Active Fixed Income bei State Street Global Advisors.

Heute hätten alle Marktteilnehmer erwartungsvoll auf die Sitzung des geldpolitischen Komitees der BoE geblickt, auch "Super Thursday" genannt, um zu erfahren, ob die aggressiveren Signale der letzten Wochen nochmals verstärkt würden. Die nach der Sitzung veröffentlichte Erklärung der BoE verdeutliche, dass die Unzufriedenheit der auf eine Zinserhöhung drängenden Komitee-Mitglieder etwas nachgelassen habe. Die enttäuschenden Wachstums-, Lohn- und Verbraucherdaten seit der Sitzung im Juni scheinen den Befürwortern einer restriktiveren Geldpolitik zu denken geben, so die Experten von State Street Global Advisors. Trotz wachsender Spekulationen, dass die Anzahl der für eine Zinserhöhung plädierenden Abweichler auf der Sitzung im August zunehmen könnte, sei es nicht dazu gekommen. Andrew Haldane, Chefvolkswirt der BoE, und Gouverneur Mark Carney seien dabei als potenzielle Abweichler-Kandidaten gehandelt worden.

Das geldpolitische Komitee werde vermutlich weiter Signale aussenden, die auf eine geldpolitische Straffung hindeuten würden, um die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer zu dämpfen - und so ihre eigene Arbeit zu erleichtern. Die Signale dürften jedoch kaum eine formale geldpolitische Straffung nach sich ziehen - insbesondere in den Anfangsphasen der Brexit-Verhandlungen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB), werde auch das Komitee der BoE vorsichtig agieren und der Versuchung widerstehen, die Geldpolitik aufgrund eines temporären Inflationsdrucks zu straffen. (Ausgabe vom 03.08.2017) (04.08.2017/alc/a/a)