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Bank of England überrascht


09.11.21 09:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die überraschende Entscheidung der Bank of England, keine Straffung ihrer Geldpolitik vorzunehmen, brachte in der zurückliegenden Woche Bewegung an den Kapitalmärkten, so die Analysten der DekaBank.

Die Anleiherenditen, die in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen seien, seien innerhalb kurzer Zeit abgesackt. Die Reaktion sei deswegen so stark gewesen, weil der britische Notenbankchef die Märkte zuvor eigentlich durch öffentliche Kommentare auf eine Zinserhöhung vorbereitet habe. Diese Episode sei beispielhaft für die gegenwärtige Lage, nicht nur im Vereinigten Königreich. Auch in den Chefetagen anderer Zentralbanken herrsche gehörige Unsicherheit darüber, wie mit den aktuell hohen Inflationsraten geldpolitisch umgegangen werden solle. Dies werde auch weiterhin für ungewöhnlich hohe Schwankungen an den Anleihemärkten sorgen. Die Aktienmärkte habe dies alles nicht gestört. Vielmehr habe sich der Deutsche Aktienindex DAX am Freitag angesichts des starken US-Arbeitsmarktberichts zu einem neuen Rekordhoch aufgeschwungen.

Die deutsche Industrie sei in keiner guten Verfassung. Nach der fulminanten Erholung aus dem Corona-Tief leide sie nun ganz besonders unter der weltweiten Knappheit bei Vorprodukten. Dies werde sich auch im ZEW-Konjunkturindex für den November widerspiegeln, der am Dienstag veröffentlicht werde. Ferner gebe es neue Nachrichten von der Inflationsfront: Sowohl die chinesischen als auch die US-amerikanischen Verbraucherpreise dürften bei ihrer Veröffentlichung am Mittwoch noch keine Entspannung bei der Preisentwicklung signalisieren. (Ausgabe vom 08.11.2021) (09.11.2021/alc/a/a)