Bank of England lässt Leitzins unverändert - Inflationsdynamik in den USA stärker als erwartet


15.09.17 10:50
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) hat auf seiner gestrigen geldpolitischen Sitzung den Leitzins wie im Vorfeld erwartet bei 0,25% belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Die begleitenden Ausführungen seien aber überraschend hawkish ausgefallen. So sehe nunmehr eine Mehrzahl der MPC-Mitglieder eine Leitzinsanhebung in den kommenden Monaten für gerechtfertigt an, wenn die konjunkturelle Dynamik sich nicht deutlich abschwäche. Gleichwohl würden die Analysten von Postbank Research im bislang ausbleibenden Fortschritt in den BrexitVerhandlungen das wesentliche Risiko hinsichtlich einer zeitnahen Leitzinsanhebung in UK sehen.

Die US-Verbraucherpreise seien im August stärker als erwartet um 0,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen. In der Folge sei die Inflationsrate von 1,7% auf 1,9% geklettert. Auslöser dieses Anstiegs sei der Preis für die Energiekomponente gewesen, der um 6,4% über seinem Niveau im entsprechenden Vorjahresmonat gelegen habe, was zumindest in Teilen auf Hurrikan "Harvey" zurückzuführen sein dürfte. Abseits der Energiepreise hätten sich aber auch die Kernverbraucherpreise wieder etwas dynamischer als in den vergangenen Monaten gezeigt. Diese hätten um 0,2% gegenüber dem Vormonat zugelegt. Die Vorjahresrate habe bei 1,7% verharrt. Sollte sich der Preistrend auch abseits von wetterbedingten Einmaleffekten in den kommenden Monaten weiter fortsetzen, dürfte die Inflationsdynamik einer weiteren Leitzinsanhebung der FED im Dezember dieses Jahres nicht im Wege stehen.

Aufgrund des anhaltend hohen Stimmungsniveaus in der US-Industrie sehen würden die Analysten von Postbank Research aktuell keinen Anlass sehen, warum der zu Beginn des Jahres eingesetzte Aufwärtstrend der US-Industrieproduktion im August zum Halten gekommen sein sollte und würden mit einem weiteren Zuwachs um 0,2% zum Vormonat rechnen. Im Quartalsvergleich läge die Produktion damit bereits jetzt klar vorne und dürfte einen signifikanten Beitrag zum BIP-Wachstum im laufenden Quartal leisten.

Mit einem positiven Wachstumsbeitrag für das US-BIP würden die Analysten von Postbank Research auch seitens des privaten Verbrauchs rechnen. Hierfür spreche insbesondere der starke Quartalsauftakt der Einzelhandelsumsätze, der sich im August mit einem Plus von 0,4% (ex Autos) zum Vormonat fortgesetzt haben dürfte. Aufgrund zuletzt gesunkener Autoabsätze würden die Analysten für die Einzelhandelsumsätze insgesamt aber nur mit einem Plus von 0,2% rechnen. (15.09.2017/alc/a/a)