Bank of England erhöht Leitzins erstmals seit zehn Jahren - Neuer FED-Chef nominiert


03.11.17 09:46
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - FED-Gouverneur Jerome Powell tritt im Februar nächsten Jahres die Nachfolge von Janet Yellen an und wird neuer Chef der amerikanischen Notenbank, berichten die Analysten der Helaba.

US-Präsident Donald Trump habe damit sicherlich die Erwartungen verknüpft, dass Powell die Geldpolitik mit der gebotenen Kontinuität fortsetze und ihn bei der Deregulierung im Finanzsektor unterstütze.

Die Bank of England habe dem starken Wachstum und Inflationsraten um 3% Rechnung getragen und den Leitzins erstmals seit zehn Jahren von 0,25% auf 0,50% erhöht. Die Entscheidung sei mit sieben zu zwei Stimmen gefallen, weitere Zinserhöhungen würden aber nur langsam und graduell vorgenommen. Dass der Schritt gut vorbereitet gewesen sei, zeige die Reaktion der Märkte. Aufgrund fehlender Hinweise auf eine weitere Straffung der Geldpolitik hätten britische Gilts außerordentliche Gewinne verbucht.

Vor diesem Hintergrund seien Meldungen über die immer besser werdende Stimmung bei den Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes in Spanien (55,8) und Italien (57,8) fast untergegangen. Trotz der Krise in Spanien bleibe die Wachstumsdynamik im Euroraum hoch.

Nach der Rekordjagd der vergangenen Tage hätten Aktienbörsen den Rückwärtsgang eingelegt. Allerdings hätten sich Gewinnmitnahmen angesichts fehlender Alternativen in Grenzen gehalten.

Im Sog britischer Staatsanleihen präsentierten sich auch die hiesigen Bondmärkte in guter Verfassung, so die Analysten der Helaba. Bundesanleihen hätten zwischenzeitliche Verluste wieder wettgemacht. Der Druck unverkaufter Neuware aus Frankreich habe jedoch stärkere Gewinne verhindert. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich geringfügig auf 87 BP ausgeweitet. Die Auktion französischer OATs mit Fälligkeiten 05/2028, 05/2031 und 05/2048 sei ausgesprochen schleppend verlaufen, am Ende sei mit zugeteilten 8,1 Mrd. Euro erstmals die anvisierte Höchstmenge von 8,5 Mrd. Euro nicht erreicht worden, 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,76%) und Belgien (0,60%) hätten letztendliche aber nur einen halben BP gegen Bunds verloren.

Auf der Jagd nach Rendite kämen Anleger an den Bondmärkten der EU-Peripherie nicht vorbei. Die Versteigerung spanischer OLOs mit mittleren bis langen Laufzeiten von etwas mehr als 4,6 Mrd. Euro sei nach einigen Zugeständnissen halbwegs vernünftig verlaufen. Trotz Verhängung von Untersuchungshaft für ehemalige katalonische Kabinettsmitglieder bzw. dem Haftbefehl gegen EX-Regionalpräsident Puigdemont sei die Lage an den Märkten entspannt geblieben. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer Bonds (1,47%) habe sich gegen vergleichbare BTPs (1,79%) um einen BP ausgeweitet. Portugiesen (2,07%) hätten sich etwas besser gegen Bunds gehalten.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen angesichts nachlassender Zinsängste und Erleichterung über die Nominierung von FED-Gouverneur Jerome Powell als neuer Notenbankchef leicht gesunken. Die Steuerpläne der Republikaner hätten den Erwartungen entsprochen und keine Euphorie ausgelöst. Aus Fernost würden US-Treasuries wegen eines Feiertages in Japan keine Vorgaben liefern. An den anderen asiatischen Aktienbörsen gebe es nur wenig Bewegung mit unterschiedlichen Vorzeichen. In China sei der Caixin PMI-Index des Servicesektors von 50,6 auf 51,2 Punkte gestiegen.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (162,63) und Bobl-Kontrakt (131,77) hätten 14 bzw. 5 Stellen zugelegt, der Schatz (112,27) sei unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,37% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 112 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 1,5 BP niedriger bei 2,345% rentieren. Der Euro klettere leicht auf 1,166 USD, der Preis für das Barrel Öl steige auf 54,8 USD.

Nach einer ohnehin schon ereignisreichen Woche warte heute mit dem US-Arbeitsmarktbericht noch ein Datenhighlight. Während die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft nach dem sturmbedingten Einbruch des Vormonats um mehr als 300.000 angestiegen sein dürfte, sollte sich die Arbeitslosenquote (4,2%) nicht verändert haben. Spannend bleibe mit Blick auf die Inflationserwartungen der Lohnanstieg im Oktober (0,2%/2,7%).

Eingerahmt würden die Daten vom Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungssektor Großbritanniens (53,3) und der Vereinigten Staaten (58,5 nach 59,8), dem US-Handelsbilanzdefizit (-43,3 Mrd. USD) sowie den Auftragseingängen bei der US-Industrie (1,2%).

Am Primärmarkt seien zum Wochenschluss keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Die kommende Woche starte mit der Versteigerung 5- und 10-jähriger Anleihen Österreichs. Die Finanzagentur des Bundes biete wenige 500 Mio. Euro eines Linkers mit Fälligkeit April 2030 sowie 3 Mrd. Euro der 5-jährigen Bundesobligation an. Irland und der EFSF würden ebenfalls Marktauftritte planen.

Das amerikanische Schatzamt versteigere 3-, 10- und 30- jährige Anleihen im Volumen von 62 Mrd. USD. Das Land Sachsen-Anhalt habe eine im Juni 2027 fällige Landesschatzanweisung um 500 Mio. Euro bei Midswap -16 BP aufgestockt. (03.11.2017/alc/a/a)





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