Erweiterte Funktionen

Bank of England entscheidet heute über zukünftige Geldpolitik in Großbritannien


14.09.17 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EWU-Industrieproduktion ist im Juli um 0,1% gegenüber dem Vormonat gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Das Ergebnis sei durch die Energieproduktion (-1,2%) belastet worden, während bei den konjunkturell bedeutsameren Kapitalgütern ein solides Plus in Höhe von 0,8% zu Buche gestanden habe. Auf Länderebene hätten im Juli Portugal (+1,9%), Irland (+1,8%) und insbesondere auch Frankreich (+0,6%) zu überzeugen gewusst. In der Summe sei die EWU-Industrie damit verhalten ins laufende Quartal gestartet. Anlass zur Sorge bezüglich einer konjunkturellen Abkühlung gebe die Entwicklung im Juli aber gleichwohl nicht.

Das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) entscheide heute über die zukünftige Geldpolitik in UK. Auch wenn die Inflationsrate seit dem Brexit-Votum im Juni 2016 von 0,5% auf zuletzt 2,9% gestiegen sei, würden die Analysten von Postbank Research nicht davon ausgehen, dass die Währungshüter zum jetzigen Zeitpunkt die Geldpolitik mittels einer Zinsanhebung wieder straffen würden. Zum einen gehe der starke Inflationsanstieg zu einem guten Teil auf importierte Inflation im Zuge der kräftigen Abwertung des britischen Pfunds in diesem Zeitraum zurück. Zum anderen sei die Unsicherheit ob des noch nicht absehbaren Fortschritts in den laufenden Brexit-Verhandlungen zu groß. Die Analysten von Postbank Research würden davon ausgehen, dass der Leitzins auf seinem bisherigen Niveau von 0,25% verbleibe.

Maßgeblich für die geldpolitische Sitzung der FED in der kommenden Woche dürften wiederum die US-Verbraucherpreise für August sein, die heute veröffentlicht würden. Deren Dynamik sei in den letzten Monaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dies sei einerseits dem zwischenzeitlich noch einmal deutlich gesunkenen Ölpreis geschuldet, andererseits aber auch auf eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Kernverbraucherpreise zurückzuführen gewesen. Für letztere würden die Analysten von Postbank Research im August wieder mit einer höheren Dynamik und einem Plus von 0,2% gegenüber dem Vormonat rechnen. Aufgrund des mittlerweile wieder klar oberhalb der Marke von 50 US-Dollar notierenden Ölpreises dürften die Verbraucherpreise insgesamt im Vormonatsvergleich noch etwas kräftiger um 0,3% gestiegen sein. Die Inflationsrate sollte im August im Zuge dessen von 1,7% auf 1,8% geklettert sein, die Kerninflationsrate jedoch aufgrund eines Basiseffekts von 1,7% auf 1,6% nachgegeben haben. (14.09.2017/alc/a/a)