Bank of England belässt Leitzins auf Rekordtief


15.09.17 12:20
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Während die aktuelle Ruhe im Nordkorea-Konflikt und ein gegenüber dem US-Dollar schwächerer Euro den Aktienmarkt zu Wochenbeginn noch antrieben, fehlten den Anlegern in der Wochenmitte Impulse, so die Börse Stuttgart.

Der deutsche Aktienmarkt habe nur wenig Bewegung gezeigt. Immerhin habe der DAX die Gewinne der vergangenen Tage verteidigen können und zwischenzeitlich sogar den höchsten Stand seit acht Wochen erreicht. Am Donnerstag hätten Banken und Brokerhäuser mit Spannung auf die Konjunkturdaten der USA, die am Nachmittag veröffentlicht würden sowie den Zinsentscheid der Bank of England gewartet. Das deutsche Börsenbarometer habe um die 12.525 Zähler gependelt.

Die Bank of England (BoE) halte trotz steigender Preise an ihrem Leitzins fest. Dieser bleibe vorerst bei 0,25 Prozent. Gleichzeitig habe die Notenbank signalisiert, den Leitzins bei weiter steigendem Preisdruck in der nächsten Zeit anzuheben. Zugleich habe sie das Volumen ihres Anleihenprogramms von 435 Milliarden Pfund (knapp 483 Milliarden Euro) beibehalten. Das Pfund habe nach der geldpolitischen Entscheidung der BoE angezogen und sei auf 1,3300 Dollar von zuvor 1,3200 gestiegen.

Die Ölpreise hätten auch am Donnerstag fester tendiert. Die Notierung der Nordseesorte Brent Crude sei auf 55,592 Dollar gestiegen. Die Internationale Energieagentur IEA habe ihre Prognose für das Wachstum der globalen Nachfrage im laufenden Jahr von 1,5 auf um 1,6 Mill. Barrel pro Tag erhöht. Zudem habe sie erklärt, dass sich der Ölmarkt auf dem Weg befinde, ein neues Gleichgewicht auszubilden.

Anziehende Preise für Nahrungsmittel und Energie würden die Inflation in Deutschland auf das höchste Niveau seit dem Frühjahr treiben. Im August sei die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1,8 Prozent geklettert, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Es habe damit eine erste Schätzung von Ende August bestätigt. Dies sei der dritte Anstieg in Folge und zugleich der stärkste seit April gewesen. Im Juli sei die Rate mit 1,7 Prozent noch einen Tick niedriger gewesen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebe für den Euro-Raum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an.

Ein wesentlicher Grund für den Preisanstieg sei die Energie gewesen, die sich im August binnen Jahresfrist um 2,3 Prozent verteuert habe und damit stärker als zuletzt. Für leichtes Heizöl hätten die Verbraucher 10,4 Prozent mehr ausgeben müssen, Tanken habe sich um knapp vier Prozent verteuert und Strom habe zwei Prozent mehr gekostet. Hingegen habe sich Gas um 2,9 Prozent verbilligt. (15.09.2017/alc/a/a)