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Bank of England: In der Zwickmühle lässt sich nur geradeaus fahren


03.08.17 14:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) hat auf seiner heutigen Sitzung entschieden, alle relevanten geldpolitischen Parameter im Vereinigten Königreich unverändert zu belassen, so die Analysten der Nord LB.

Die Bank Rate verbleibe bei 0,25% und auch die Zielgrößen der Ankaufprogramme von Staats- und Unternehmensanleihen seien nicht angetastet worden. Das Term Funding Scheme solle wie geplant nicht über Februar 2018 hinaus verlängert werden. Diese Geradeausfahrt der Londoner Notenbank sei von den Analysten und nahezu allen anderen Volkswirten erwartet worden und daher wenig überraschend.

Bei der Abstimmung zum Leitzins hätten mit Ian McCafferty und Michael Saunders zwei Mitglieder des MPC für eine Anhebung der Bank Rate um 25 Basispunkte votiert. Die Beschlüsse zu den Ankaufprogrammen seien einstimmig erfolgt. Für Kristin Forbes, die bereits auf den letzten drei Sitzungen für einen Leitzinsschritt plädiert habe, sei nun Silvana Tenreyro in das MPC gerückt. Da die Hochschullehrerin an der London School of Economics nicht unbedingt den Falken zuzurechnen sei, sei die Präferenz für eine fortgesetzte Geradeausfahrt der Notenbank etwas klarer ausgefallen als auf der Juni-Sitzung. Nachdem Charlotte Hogg aufgrund eines Interessenkonflikts bereits im März auf ihr Amt verzichtet habe, sei mit Sir Dave Ramsden ein Nachfolger benannt worden. Der bisherige Wirtschaftsberater im Finanzministerium werde dem MPC ab September angehören und sei ebenfalls ein Befürworter einer eher lockeren Geldpolitik. Damit könnte sich bei wieder vollzähliger Besetzung des Gremiums ein zukünftig etwas einheitlicheres Meinungsbild dokumentieren. Die Analysten würden jedenfalls bis auf weiteres von einem unveränderten Kurs der BoE ausgehen.

Die BoE stecke weiterhin in einer Zwickmühle zwischen der sich merklich abkühlenden wirtschaftlichen Dynamik einerseits und dem weit über der Ziellinie liegenden Anstieg der Verbraucherpreise andererseits. Die in ihrem vierteljährlich aktualisierten Inflation Report heute vorgestellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen würden dies widerspiegeln. Gegenüber den im Mai veröffentlichten Prognosen seien die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 1,9% auf 1,7% und im nächsten Jahr von 1,7% auf 1,6% nach unten revidiert worden. Der jahresdurchschnittliche Anstieg der Verbraucherpreise werde für dieses Jahr etwas höher veranschlagt als vor drei Monaten, für die Folgejahre seien die Prognosen kaum angepasst worden, mittelfristig - also im Jahr 2020 - erwarte die BoE eine Inflationsrate von 2,2%. Allen Projektionen lägen die Annahmen eines "Smooth Brexit" sowie von zwei Leitzinsanhebungen in den kommenden drei Jahren zugrunde.

Die letztere Annahme und auch die Aussage, wonach eine Straffung der Geldpolitik früher erforderlich werden könnte als es die Märkte derzeit erwarten würden, könnten als Hinweise auf einen mittelfristig dosiert neutraleren Kurs interpretiert werden. Die Analysten seien sich allerdings mit den Devisenmarktakteuren vorerst einig, dass die BoE noch lange weiter geradeaus fahren werde. Das Pfund habe gegenüber allen maßgeblichen Währungen in einer ersten Reaktion deutlich abgewertet.

Die Bank of England habe heute alle relevanten geldpolitischen Parameter unverändert belassen. Bei der Abstimmung zum Leitzins hätten zwei Mitglieder des MPC für eine Anhebung der Bank Rate um 25 Basispunkte votiert. Die BoE stecke weiterhin in einer Zwickmühle zwischen der sich merklich abkühlenden wirtschaftlichen Dynamik einerseits und dem weit über der Ziellinie liegenden Anstieg der Verbraucherpreise andererseits. Die in ihrem vierteljährlich aktualisierten Inflation Report heute vorgestellten gesamtwirtschaftlichen Projektionen würden dies widerspiegeln. Die Analysten seien sich mit den Devisenmarktakteuren vorerst einig, dass die BoE noch lange weiter geradeaus fahren werde. Das Pfund habe gegenüber allen maßgeblichen Währungen in einer ersten Reaktion deutlich abgewertet. (03.08.2017/alc/a/a)