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Bank of England: Timing der Zinserhöhung bleibt fraglich


03.11.17 11:27
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Entsprechend der Markterwartungen votierte das geldpolitische Komitee in Großbritannien, wie zuletzt in Kommentaren angedeutet, mit 7 zu 2 Stimmen, erstmals in mehr als einem Jahrzehnt für eine Erhöhung des Leitzinses auf 0,5%, so Alan Wilson, active fixed income portfoliomanager bei State Street Global Advisors EMEA.

Die nach der gestrigen Zinsentscheidung veröffentlichte Erklärung lasse darauf schließen, dass es sich hierbei um die erste und vorerst letzte Zinserhöhung der Bank of England gehandelt habe. So scheine sich das geldpolitische Komitee der Unwägbarkeiten bewusst zu sein, mit denen die britische Wirtschaft im kommenden Jahr konfrontiert werde.

In der am 02.11. veröffentlichten Erklärung werde deutlich, dass das geldpolitische Komitee die Geduld verloren habe - die Wirtschaft habe sich im Rahmen der Prognosen der Bank of England entwickelt, während die britische Inflation auf den höchsten Wert seit fünf Jahren gestiegen sei. Gleichzeitig sei die Arbeitslosenquote unter die vom Komitee geschätzte inflationsneutrale Arbeitslosenquote (Non-Accelerating Inflation Rate of Unemployment - NAIRU) gesunken.

Das Timing der gestrigen Zinserhöhung bleibe jedoch fraglich - so würden Stimmungsindikatoren darauf hindeuten, dass die Konjunktur an Dynamik verliere, während die Inflation schon bald einen Höchststand erreichen werde, da die Wirkungen der Abwertung des Britischen Pfunds im letzten Jahr nachlassen würden.

Die Experten würden befürchten, dass die Straffung der Geldpolitik wegen des unsicheren Wachstumsumfelds und des vorübergehenden Inflationsdrucks zu früh erfolgt sein könnte. Deshalb werde die Bank of England vermutlich bald wieder einen vorsichtigeren Kurs einschlagen müssen, wenn sich das Wachstum aufgrund des Brexit verlangsame und die Inflation wieder in Richtung der Zielrate der britischen Notenbank zurückfalle. (Ausgabe vom 02.11.2017) (03.11.2017/alc/a/a)