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Bank of England: MPC stellt allmählich eine tatsächliche geldpolitische Straffung in 2017 in Aussicht


16.06.17 09:00
State Street Global Markets

Boston (www.anleihencheck.de) - Angetrieben vom abweichenden Abstimmungsverhalten Kristin Forbes signalisiert das Monetary Policy Committee (MPC) nun nicht nur eine bloße Tendenz in Richtung einer möglichen geldpolitischen Straffung, sondern stellt allmählich eine tatsächliche Straffung in 2017 in Aussicht, so Michael Metcalfe, Leiter der Abteilung Macro Strategy von State Street Global Markets.

Das Protokoll der Mai-Sitzung habe gezeigt, dass nur wenige weitere positive Nachrichten zu den Konjunktur- und Inflationsaussichten ausreichen würden, um die MPC-Mitglieder über eine unmittelbare Verringerung des geldpolitischen Stimulus nachdenken zu lassen. Seit der letzten Sitzung sei zum Beispiel vermeldet worden, dass sich die Einzelhandelsumsätze im April unerwartet kräftig erholt hätten, was zweifellos eine solche positive Nachricht gewesen wäre. Was vielleicht mehr überrascht habe, sei die Tatsache, dass sich die Bank of England (BoE) durch die erneuten politischen Unsicherheiten nach der Wahl nicht von ihrer aggressiven Ausrichtung habe abbringen lassen.

Es werde Monate dauern, bis mehr Klarheit darüber herrsche, wie der Wahlausgang sowohl die Brexit-Verhandlungen als auch das Geschäftsklima und das Verbrauchervertrauen beeinflussen werde. Da nun auch Michael Saunders und Ian McCafferty für eine Zinserhöhung gestimmt hätten, sei gestern jedoch klargeworden, dass die Sorgen der BoE hinsichtlich der Inflation schwerer wiegen würden als die möglichen politischen Auswirkungen auf den Konjunkturausblick. (Ausgabe vom 15.06.2017) (16.06.2017/alc/a/a)