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Bank of England: Der Brexit bleibt ein starkes Hindernis für weitere Zinserhöhungen


03.08.18 09:45
WisdomTree Europe

London (www.anleihencheck.de) - Aneeka Gupta, Associate Director - Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree kommentiert die aktuelle Zinserhöhung der Bank of England.

Wie allgemein erwartet, habe die Bank of England (BoE) den Leitzins auf 0,75% erhöht, den höchsten Stand seit 2009, um den Inflationsdruck einzudämmen. In einer Zeit höchster Unsicherheit, in der Brexit Risiken drohen würden, scheine es für die BoE ironisch, ihre Konjunkturprognosen für das nächste Jahr anzuheben.

Die globalen Wachstumsprognosen seien gesenkt worden, aber die BoE gehe weiterhin davon aus, dass das Wachstum in Großbritannien in den nächsten Jahren über der Potenzialrate von 1,5% liegen werde, während das Wachstum in diesem Jahr bei 1,4% liege. Die wichtigste Prognoseänderung sei die Aufwärtsprognose für die Verbraucherpreisinflation gewesen, die für 2019 und 2020 von 2,10% bzw. 2,03% auf 2,25% bzw. 2,10% gestiegen sei, was den Rückgang des handelsgewichteten Britischen Pfunds seit Mai widerspiegele. Der schwache Preisauftrieb im Juni sei als eine "weitgehend sprunghafte" Entwicklung abgetan worden. Deutlich sei der teuflische Detailreichtum geworden, als Carney auf die neutrale Rate angespielt habe, die so obskur sei, wie Brexit prominent sei.

Weniger als acht Monate vor den entscheidenden Brexit-Verhandlungen habe die gestrige Entscheidung wie die letzte Gelegenheit der BoE ausgesehen, die Zinsen zu erhöhen. Es sei deutlich geworden, dass der Brexit eine starke Barriere bilde, da die Prognosen des geldpolitischen Ausschusses von einem relativ reibungslosen Übergang zu einer Reihe von Schlussfolgerungen führen würden. Aneeka Gupta glaube, die Risiken für dieses Ergebnis seien beträchtlich. Die Reaktionen des Marktes nach der Pressekonferenz würden darauf schließen lassen, dass die Anleger der Fähigkeit der BoE, die Zinsen weiter anzuheben, skeptisch gegenüberstünden.

Die überraschend geeinte Front der BoE-Politiker, die gestern einstimmig (neun zu null) für eine Zinserhöhung gestimmt hätten, habe einen ersten Falken-Katalysator für das Britische Pfund geliefert. Während der Pressekonferenz habe der Gouverneur der BoE, Mark Carney, jedoch einen eher friedfertigen Ton angeschlagen. Er sah das Britische Pfund und die damit verbundenen Renditen für Short GBP-Futures die meisten seiner Gewinne abgeben, so die Experten von WisdomTree Europe. (03.08.2018/alc/a/a)