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BVerfG setzt EZB unter Zugzwang - Millionen Arbeitslose in den USA


06.05.20 11:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das PSPP der EZB widerspricht in Teilen der deutschen Verfassung, so die Richter am BVerfG gestern, berichten die Analysten der Helaba.

Die EZB sei aufgefordert, innerhalb von drei Monaten in einem neuen Beschluss darzulegen, dass der Staatsanleihekauf verhältnismäßig sei. Ansonsten sei der Bundesbank untersagt, am PSPP mitzuwirken. Nachhaltige Wirkung an den Finanzmärkten habe das Urteil zunächst nicht gehabt, denn der EZB sollte die Prüfung der Verhältnismäßigkeit nicht besonders schwer fallen.

Die Zahl der aktuell an COVID19 Erkrankten steige in Großbritannien und auch in den USA sei das Top noch nicht erreicht. Anders sehe es offenbar in den großen EU-Ländern aus. Dort scheine der Höhepunkt überwunden, obwohl die Zahlen oftmals nur langsam sinken würden. Vielerorts werde über Lockerungen der Ausgangs-, Reise- und Kontaktbeschränkungen nachgedacht und teilweise der Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown vollzogen. Die Wochen des Stillstandes würden die Konjunkturdaten aber noch prägen.

In der Eurozone seien die PMIs des Dienstleistungsgewerbes von Interesse und diese würden in Spanien und Italien auf nie dagewesene Tiefs abrutschen, wie die Vorabschätzungen (DE, FR, EWU) gezeigt hätten. Nie dagewesen sei auch der Anstieg der US-Arbeitslosigkeit. Die wöchentlichen Millionenmeldungen bei Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe hätten einen Vorgeschmack geliefert und der ADP-Report werde diese dramatische Entwicklung bestätigen. Ein Verlust von 20 Millionen Stellen im April werde erwartet und für den offiziellen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag anstehe, ein schlechtes Omen sein. (06.05.2020/alc/a/a)