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Australische Notenbank fährt eine stabilitätsorientierte Geldpolitik


13.06.17 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Reserve Bank of Australia fährt eine stabilitätsorientierte Geldpolitik, berichten die Analysten der Nord LB.

Beispielsweise habe sie als eine der ersten Notenbanken weltweit ab 1993 das Prinzip des Inflation Targeting eingeführt. Die relativ gute Wirtschaftslage des Landes in den Jahren unmittelbar nach der internationalen Finanzmarktkrise und ein zwischenzeitliches Anziehen der Inflationsrate auf über 3% hätten - in einem global ansonsten gegensätzlichen Umfeld - sukzessive Leitzinsanhebungen von einem Niveau ausgehend von 3,00% in 2009 auf 4,75% in 2011 erfordert. Nur moderate Wachstumsraten und ein ölpreisbedingter Rückgang der Inflation von 3% auf bis zu 1% hätten die Notenbanker veranlasst, den Leitzins auf derzeit 1,50% zu senken. Es sei zu erwarten, dass sich an der seit August 2016 zu beobachtenden Seitwärtstendenz auf absehbare Zeit wenig ändern werde. Die Inflationsrate notiere derzeit bei etwa 2% im angepeilten Zielbereich der Notenbank. Die Auswirkungen der expansiver ausgerichteten Fiskalpolitik würden aber von der Notenbank zu beobachten sein.

Mit Ausnahme der kurzzeitigen Überhitzungstendenzen im Jahre 2008 habe die Inflationsrate von der Reserve Bank of Australia in einem Korridor von 1% bis 4% gehalten werden können. Im Zuge der Zinsrückgänge am kurzen wie auch am langen Ende der Kurve und der aufgekommenen Diskussionen um die Nachhaltigkeit des chinesischen Wachstums sei die australische Währung ab 2014 unter Druck geraten. Vor allem aber das Ende des Mining Booms ab 2015, ablesbar auch an den rückläufigen Investitionen in diesem für die australische Volkswirtschaft wichtigen Sektor, habe für eine markante Abwertung des Australischen Dollar (AUD) gesorgt. Der US-Dollar sei von der Parität zum Australischen Dollar um das Jahr 2013 herum bis auf aktuell über 1,30 AUD gestiegen. (Ausgabe vom 12.06.2017) (13.06.2017/alc/a/a)