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Australien: Renditedifferenz verliert als Währungstreiber an Bedeutung


01.02.21 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die australische Notenbank (RBA) hat mit beispiellosen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen energisch auf die COVID-19-Pandemie reagiert, so die Analysten von Postbank Research.

Die Währungshüter hätten zudem angedeutet, dass sie keine vorzeitigen Zinserhöhungen in Betracht ziehen würden. Am Markt werde daher bis Ende 2023 nur eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte eingepreist.

Trotz dieser extrem lockeren Geldpolitik habe sich Australiens Dollar von seinem Jahrestief 2020 wieder erholt und seither auf handelsgewichteter Basis über 20 Prozent zugelegt. Dabei gelte es zu beachten, dass der AUD (Australischer Dollar) nicht mehr wie zuvor von Renditedifferenzen getrieben werde. Stattdessen sei der Außenhandel, angetrieben durch steigende Rohstoffpreise, zum wichtigeren Treiber für die Entwicklung des Aussi geworden.

Auch der Wohnungsmarkt bleibe ein Lichtblick für den AUD. Die Genehmigungen für Neubauten seien im November im Vergleich zum Vormonat um 7,2 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich sei dies ein Anstieg um 99 Prozent, ein Rekordhoch. Dies sollte die Wohnungsbauinvestitionen und die Bautätigkeit in den kommenden Quartalen weiter ankurbeln.

Diese guten Nachrichten dürften jedoch bereits eingepreist sein, zudem gebe es Anzeichen dafür, dass sich die starke Rally der Industrierohstoffpreise ihren Höhepunkt in naher Zukunft überschreiten könnte. Die Postbank erwarte daher, dass der EUR/AUD-Kurs (1,573; Stand; 25.01.2021) in sechs Monaten relativ stabil bei 1,56 liege. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2021) (01.02.2021/alc/a/a)