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Australien: Möglichkeit weiterer geldpolitischer Lockerungen offen gelassen


07.10.20 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Zwar beließ die Australische Zentralbank ihren geldpolitischen Kurs auf der gestrigen Sitzung unverändert, was darauf schließen lässt, dass nun die Fiskalpolitik die Aufgabe der Konjunkturstützung übernehmen muss, allerdings ließen die Währungshüter die Möglichkeit weiterer geldpolitischer Lockerungen offen, so die Analysten von Postbank Research.

Der durch das Coronavirus verzögerte Haushaltsentwurf von Finanzminister Josh Frydenberg, der nur wenige Stunden nach der Zentralbanksitzung veröffentlicht worden sei, umfasse 50 Milliarden AUD (Australischer Dollar) für vorgezogene Steuersenkungen und vier Milliarden AUD an Subventionen für Unternehmen, um arbeitslose Arbeitnehmer im Alter zwischen 16 und 35 Jahren einzustellen. Der Schwerpunkt des Budgets liege darauf, denjenigen, die ihren Arbeitsplatz durch COVID-19 verloren hätten, wieder eine Arbeit zu verschaffen. Barzahlungen im Wert von 500 Dollar, die eine sich abmühende Wirtschaft ankurbeln sollten, würden an Senioren, Betreuer und Empfänger von Behindertenunterstützung gehen, was insgesamt 2,6 Milliarden AUD kosten werde.

Zudem würden für Senioren zu Hause 23.000 Pflegepakete angeboten, deren Kosten sich auf insgesamt 1,6 Milliarden AUD belaufen sollten. Dabei gehe die Regierung in ihrem aktuellen Haushaltsentwurf davon aus, dass die Gesamtausgaben um fast 20 Prozent schrumpfen würden, sobald die befristeten Unterstützungsmaßnahmen nach 2021-22 rückgängig gemacht würden. Dies erscheine allerdings recht optimistisch, denn nach der Finanzkrise 2008 sei das tatsächliche Zahlungsniveau erst nach vier Jahren im Vorjahresvergleich zurückgegangen - und selbst dann nur um ein Prozent. (07.10.2020/alc/a/a)